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Die Füchsin wird zum Spion: Zehn Jahre und ein radikaler Neustart heute (20.11.2025) in der ARD

Donnerstag, 20.11.2025 13:36 Uhr | Tags: ARD, Krimi, Die Füchsin, Lina Wendel

Ein kleines Jubiläum feiert die beliebte ARD-Krimireihe "Die Füchsin" mit einem Paukenschlag: Heute Abend (20.11.2025) um 20:15 Uhr läuft "Der Spion" im Ersten und markiert einen ehrgeizigen Relaunch. Nach zehn Jahren heben die Macher die Detektivarbeit auf eine neue, weitaus gefährlichere Ebene. Anne Marie Fuchs, die ehemalige MfS-Agentin, tritt in den Dienst der Spionageabwehr des Bundesamts für Verfassungsschutz - ein klarer und mutiger Schritt in Richtung eines modernen Spionagethrillers. Was früher die klassische private Ermittlung in Düsseldorf war, wird nun zum brisanten Einsatz in Köln. "Die Füchsin - Der Spion" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar.

Kaltblütige Auftragsarbeit: Der Sprung nach Köln

Die neue Folge verlegt den Schauplatz erstmals von der gewohnten Rheinmetropole Düsseldorf in das atmosphärisch andere Köln. Hier beginnt der düstere Fall um Herbert Kantscheck (Sven Seeburg), einen Beamten des Bundes-Verfassungsschutzes, der leblos in seiner Badewanne aufgefunden wird. Schnell ist klar, dass der Tod durch Fremdeinwirkung herbeigeführt wurde. Die zentrale Frage, die den Plot von "Der Spion" durchzieht, ist ein klassisches Dilemma des Genres: War Kantscheck das verräterische Leck, durch das Staatsgeheimnisse an feindliche Dienste flossen, oder wurde er zum Bauernopfer, um die wahre undichte Stelle zu decken? Welche Rolle spielen seine Frau Elisabeth (Ann-Kathrin Kramer) und seine Tochter Rosi (Marlina Mitterhofer), was wussten sie wirklich über seine Arbeit?

Anne Fuchs (Lina Wendel) ermittelt auf Geheiß von Larissa Hollig (Kim Riedle) nun offiziell als freie Mitarbeiterin für die Spionageabwehr. Diesen neuen, geheimen Auftrag kann Youssef El Kilali (Karim Chérif) als ihr Partner natürlich nicht lange verborgen bleiben. Das ungleiche Team taucht tief in ein Netz ein, in dem jeder jeden beschattet, in dem Loyalitäten ständig auf dem Prüfstand stehen und das Misstrauen selbst vor den inneren Reihen des Verfassungsschutzes nicht Halt macht - ein klassisches "Whom to trust?"-Szenario.

Lina Wendel: Die Stasi-Vergangenheit und die Rolle

Die Besetzung der Hauptfigur ist dabei mehr als nur Schauspiel. Hauptdarstellerin Lina Wendel bringt eine bemerkenswerte Tiefe in die Figur der Ex-Stasi-Agentin Anne Fuchs. Sie selbst stand schon mit 17 Jahren vor der Kamera des DDR-Fernsehens und kennt aus ihrem Bekanntenkreis ehemalige Stasi-Mitarbeiter. Diese persönlichen Gespräche haben ihre Darstellung der Frau, die sich mit einer dunklen Vergangenheit arrangieren muss, stark geformt und geprägt. Die Ironie der Geschichte wird in diesem Film subtil reflektiert: Eine einstige Agentin des Ministeriums für Staatssicherheit arbeitet nun für jene Institution, deren Aufgabe es ist, die Verfassung zu schützen - ein doppelbödiger Rollentausch, der die politische Geschichte Deutschlands selbst spiegelt. Die Aufklärung von Kantschecks gewaltsamem Tod und einem weiteren Mord an einer jungen Frau wird so zum Ringen um die Verteidigung der Demokratie gegen den Spionage-Angriff.

Ein mutiger Wandel mit erzählerischen Kompromissen

Der mutige Schritt in Richtung Spionagethriller bringt unbestreitbar frischen Wind und ein höheres Tempo in die langjährige Reihe. Die Kritik sieht jedoch, dass dieser Genrewechsel nicht gänzlich aufgeht. Die einst kluge und leise Spannung der Reihe werde in der neuen Ausrichtung durch konstruierte Wendungen und ein überambitioniertes Plotdesign ersetzt. Die Handlung verliere an der nötigen Bodenhaftung, und einige Figuren wirkten in ihren neuen Rollen bisweilen überzeichnet. Trotz der soliden Darstellerleistungen von Lina Wendel und Karim Chérif bleibe der emotionale Kern der Geschichte blass. Auch der politische Unterbau wirke in der Umsetzung eher bemüht als wirklich tragend für die Geschichte. "Die Füchsin - Der Spion" ist damit ein Neustart, der zwar risikofreudig ist, dem aber, so die kritischen Stimmen, die innere Logik und das erzählerische Feingefühl der erfolgreichen Vorgänger fehlt. Ein spannendes, wenn auch diskussionswürdiges Experiment, das man sich heute Abend nicht entgehen lassen sollte.


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