Düstere Spurensuche im Nebel: "Mordlichter - Tod auf den Färöer Inseln" heute (18.07.2026) in der ARD

© ARD Degeto Film/Amalia Film GmbH/Aidan Monaghan
Die stürmische Kulisse des Nordatlantiks bildet den Schauplatz für den fesselnden Thriller "Mordlichter - Tod auf den Färöer Inseln", den die ARD heute (18.07.2026) um 20:15 Uhr wiederholt. Im Mittelpunkt der packenden Geschichte steht die 38-jährige Journalistin Johanna Vágar (Odine Johne), die nach Jahren in ihre Heimat zurückkehrt. Eigentlich will sie nur das Haus ihrer verstorbenen Eltern verkaufen und ein schweres Kindheitstrauma verarbeiten: Ihr Vater kam damals unter ungeklärten Umständen auf hoher See ums Leben. Doch die dünn besiedelte Inselgruppe gleicht einem Pulverfass. Ein erbitterter Konflikt zwischen traditionellen einheimischen Walfängern und internationalen Tierschützern eskaliert völlig, als Johanna die Leiche eines jungen französischen Aktivisten auf einer Klippe entdeckt. Eine im Rücken des Toten steckende Lanze lenkt den Verdacht sofort auf die lokalen "Grindler".
Vertuschung unter Einheimischen und ein rätselhafter Verdacht
Die Ermittlungen erweisen sich als extrem zäh, da auf den abgelegenen Inseln eine Mauer des Schweigens herrscht. Der örtliche Polizist Bjørg Helmsdal (Jan Krauter), ein Jugendfreund Johannas, ist sichtlich um Deeskalation bemüht und will vor allem keinen Ärger mit den mächtigen Waljägern Jogvan Jacobsen (David Ganly) und Brandur Midjord-Rasmussen (Patrick O’Kane) riskieren. Obwohl Johanna ihm verspricht, sich aus der Sache herauszuhalten, beginnt sie auf eigene Faust zu recherchieren. Unterstützung erhält sie dabei von dem kernigen aktivistischen Skipper Harms (Henning Baum) und dessen engagierter Schiffscrew. Schnell erhärtet sich der Verdacht, dass der Tod des Franzosen Pierre Durant kein Unfall war, sondern gezielt vertuscht werden soll, da dieser einer illegalen Tracking-Software zur Walortung auf die Spur gekommen war.
Ein falsches Grab und die schockierende Wahrheit über den Vater
Die Situation spitzt sich zu, als Johanna heimlich Daten von Brandurs Computer sichtet. Statt der erwarteten Jagd-Software stößt sie auf etliche private Kindheitsfotos, die sie mit ihrem vermeintlich toten Vater zeigen. Es stellt sich heraus, dass der erfolgreichste Walfänger der Insel in Wahrheit ihr biologischer Vater ist, der damals seinen Tod nur vortäuschte und eine neue Familie gründete. Getrieben von der Suche nach der Wahrheit überredet sie Bjørg Helmsdal dazu, das damalige Grab des Vaters zu öffnen. Dabei kommt heraus, dass dort der französische Seemann Alain Moiret liegt. Ihr Vater gesteht ihr daraufhin, er habe geglaubt, den Mann vor 30 Jahren bei einer Kollision auf See im Streit fahrlässig getötet zu haben, weshalb er untertauchte.
Die tödliche Falle auf dem Fischerboot
Während die Tierschützerin Francesca Campagnoli (Rachael Rooney) durch eine Verzweiflungstat die Mission der Aktivisten gefährdet, gerät Johanna bei ihren finalen Nachforschungen in tödliche Gefahr. Auf dem stürmischen Fischerboot von Jogvan Jacobsen bricht das mörderische Geflecht aus Lügen und Vertuschung endgültig in sich zusammen. Es stellt sich heraus, dass Jacobsen die Wale illegal mit Sendern markierte und sowohl Alain Moiret als auch dessen Sohn Pierre auf dem Gewissen hat. Er hatte Johannas Vater drei Jahrzehnte lang skrupellos im Glauben gelassen, dieser sei ein Mörder, um das eigene Geheimnis zu wahren. Erst im dramatischen Showdown auf hoher See gelingt es den Ermittlern, den wahren Täter zu überführen.
Bildstarkes Öko-Drama mit packender Spannungskurve
Der Thriller "Mordlichter - Tod auf den Färöer Inseln" erweist sich als atmosphärisch dichter skandinavischer Noir-Krimi, der vor allem von seiner imposanten Kulisse lebt. Regisseurin Ute Wieland nutzt die raue, nebelverhangene Natur der Inseln perfekt aus, um die emotionale Zerrissenheit der Figuren zu spiegeln. Hauptdarstellerin Odine Johne überzeugt auf ganzer Linie in der Rolle der traumatisierten Journalistin, während Henning Baum als rauer Aktivisten-Anführer gewohnt markante Akzente setzt. Der Film schafft geschickt den Spagat zwischen einem spannenden Kriminalfall und der kritischen Auseinandersetzung mit der hochemotionalen Thematik des Grindwalfangs, ohne dabei in billige Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen. Ein absolut sehenswerter und wendungsreicher Fernsehabend.
Der Thriller "Mordlichter - Tod auf den Färöer Inseln" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar (verfügbar bis zum 18.7.2027 um 20:14 Uhr).








