Free-TV-Premiere "Verbrannte Erde": Trojan und der Gemälde-Raub heute (09.02.2026) auf ARTE

© Reinhold Vorschneider / Schramm Film
Eine lang erwartete Rückkehr feiert das deutsche Genrekino heute (09.02.2026) um 21:55 Uhr auf ARTE, wenn der Kriminalfilm "Verbrannte Erde" seine Free-TV-Premiere feiert. Regisseur Thomas Arslan knüpft mit diesem Werk an seinen Erfolg "Im Schatten" aus dem Jahr 2010 an und schickt den charismatischen Einzelgänger Trojan erneut durch die nächtlichen Straßen Berlins. Mišel Matičević verkörpert diesen Berufsverbrecher der alten Schule mit einer stoischen Ruhe, die an die großen Schattengestalten des Kinos erinnert - etwa an den wortkargen Fahrer aus dem Kultfilm "Drive". Es ist ein Film für Zuschauer, die eine klare, schnörkellose Inszenierung schätzen und sich gerne auf die kühle Ästhetik eines modernen Großstadt-Westerns einlassen.
Das Ende einer Ära und der letzte große Coup
Nach 14 Jahren Abwesenheit zieht es Trojan zurück in die deutsche Hauptstadt, doch die Welt der Kriminalität hat sich grundlegend gewandelt. Die Zeiten, in denen der Verkauf gestohlener Luxuswaren ein sicheres Geschäft war, scheinen vorbei, da Käufer den Handel mit physischen Gütern zunehmend scheuen. Über die Vermittlerin Rebecca (Marie-Lou Sellem) erhält der klamme Profi jedoch ein Angebot, das alle finanziellen Sorgen beseitigen könnte: Der Diebstahl eines wertvollen Gemäldes von Caspar David Friedrich steht im Raum. Gemeinsam mit seinem alten Weggefährten Luca (Tim Seyfi), der versierten Fahrerin Diana (Marie Leuenberger) und dem Cyber-Experten Chris (Bilge Bingül) stellt Trojan ein Team zusammen, das den riskanten Plan in die Tat umsetzt. Doch die Hoffnung auf das schnelle Geld zerschlägt sich jäh, als sich der Auftraggeber Victor (Alexander Fehling) als skrupelloser Verräter entpuppt, der nicht im Traum daran denkt, die Beute ehrlich zu bezahlen.
Ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel
Die gescheiterte Übergabe markiert den Beginn einer verzweifelten Flucht, bei der die Grenzen zwischen Jägern und Gejagten zunehmend verschwimmen. Während die Gruppe versucht, das Museum als alternativen Käufer für das Kunstwerk zu gewinnen, hängt Victors Schatten wie ein Todesurteil über jeder ihrer Bewegungen. Die Verhandlungen verlaufen enttäuschend und der Druck wächst minütlich, was Trojan schließlich dazu zwingt, alles auf eine letzte, hochgefährliche Karte zu setzen. Es entwickelt sich ein psychologisches Duell, bei dem die Professionalität der Verbrecher gegen die gnadenlose Gier ihres Widersachers antritt. In diesem Berlin der kalten Farben und klaren Linien gibt es keinen Platz für Fehler, und jeder Schritt abseits der Deckung könnte der letzte sein.
Präzises Handwerk statt lauter Action
Wer einen lautstarken Actionfilm mit ständigen Explosionen erwartet, wird enttäuscht werden, doch genau darin liegt die Qualität von "Verbrannte Erde". Der Film ist ein Musterbeispiel für präzises deutsches Handwerk, das seine Spannung aus der Atmosphäre und der glaubwürdigen Zeichnung seiner Protagonisten zieht. Alexander Fehling überzeugt als eiskalter Handlanger Victor, während Marie Leuenberger als Diana einen starken Gegenpol in der Männerwelt bildet. Arslan gelingt es, die Melancholie eines Mannes einzufangen, der merkt, dass seine Zeit abläuft, ohne dabei in schwülstige Nostalgie zu verfallen. Es ist ein kluger, konsequenter Thriller, der das Genre ernst nimmt und bis zur letzten Sekunde durchhält.








