Fluchtversuche und dunkle Familiengeheimnisse: "Nord bei Nordost" begibt sich auf eine "Jagd in die Vergangenheit" heute (08.01.2026) in der ARD
An der Mecklenburgischen Seenplatte bricht heute Abend (08.01.2026) um 20:15 Uhr ein Sturm los, der weit mehr als nur ein gewöhnlicher Krimi ist. In "Nord bei Nordost - Jagd in die Vergangenheit" wird die Polizistin Nina Hagen (Cordelia Wege) mit den Dämonen ihrer eigenen Kindheit konfrontiert, als ein alter Bekannter die Gitterstäbe hinter sich lässt. Die Fortsetzung der erfolgreichen Reihe verspricht eine Spannung, die sich gewaschen hat, denn hier verschmelzen DDR-Geschichte und ein ungelöster Millionenraub zu einem hochexplosiven Gemisch. Dass die Produktion dabei auf echte Authentizität setzt, zeigt sich schon an den spektakulären Actionszenen: Einer der Fallschirmsprünge aus satten 3.500 Metern Höhe wurde nicht etwa im Studio getrickst, sondern für den Film tatsächlich real durchgeführt. "Nord bei Nordost - Jagd in die Vergangenheit" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar.
Improvisation im Nebel und geheime Orte
Hinter den Kulissen ging es während der Dreharbeiten unter der Regie von Aelrun Goette fast so dramatisch zu wie vor der Kamera. Als plötzlich dichter Seenebel über das Wasser rollte, musste eine Schlüsselszene spontan komplett umgestellt werden, was dem Film letztlich eine noch mystischere Atmosphäre verlieh. Gedreht wurde zudem an Orten, die eine ganz eigene Geschichte erzählen, wie etwa einem ehemaligen DDR-Verwaltungsgebäude, das für die Filmcrew erstmals seit Jahren wieder aufgeschlossen wurde. Für einen Hauch unverfälschter Realität sorgte zudem ein echter Kriminaltechniker, der eigentlich nur zufällig am Set vorbeischaute und prompt einen Mini-Auftritt erhielt, um die Ermittlungsarbeit so glaubwürdig wie möglich wirken zu lassen. Inmitten dieses Trubels genoss übrigens der Hund Elvis eine Sonderbehandlung: Er wurde zum absoluten Liebling des Teams und bekam sogar einen eigenen kleinen Ruhebereich eingerichtet.
Wenn der beste Freund zum Mörder wird
Die Geschichte selbst führt Nina Hagen (Cordelia Wege) tief in den Sumpf ihrer eigenen Herkunft. Der ausgebrochene Mörder Werner Roth (André M. Hennicke) war einst der beste Freund ihrer Eltern und wollte gemeinsam mit ihnen aus der DDR fliehen. Während Ninas Eltern den Sprung in den Westen schafften, landete Roth im Gefängnis. Dass dieser Mann Jahre später zum brutalen Mörder eines Komplizen beim Überfall auf einen Geldtransporter wurde, hat Nina nie verkraften können. Gemeinsam mit ihren Kollegen Tim Engelmann (David Bredin) und Felix Bittner (Franz Dinda) jagt sie nun dem Phantom hinterher und muss feststellen, dass ihr eigener verstorbener Vater als damaliger Polizeichef tiefer in den Fall verstrickt war, als sie wahrhaben möchte.
Abrechnung ohne Gnade
Die Suche nach der verschwundenen Beute und dem mysteriösen dritten Mann führt das Trio zu Erkenntnissen, die das Bild von Ninas Familie für immer zerstören könnten. Während sie versucht, die Spur von Werner Roth (André M. Hennicke) bei dessen Vertrauter Teresa Lind (Mélanie Fouché) aufzunehmen, geraten auch Verdächtige wie Alexander Bedolf (Lasse Myhr) und Patrick Schneider (Matthias Lier) ins Visier der Ermittler. Es geht um weit mehr als eine entkommene Geisel - es geht um die Frage, warum Roth damals wirklich schwieg und wen er bis heute deckt. Wenn Nina am Ende die schmerzhafte Wahrheit erfährt, müssen Sophia (Heike Hanold-Lynch) und Frau Wippermann (Rosa Enskat) miterleben, wie alte Rechnungen endlich beglichen werden. Dieser Krimi besticht durch seine Klarheit und eine Hauptdarstellerin, die zwischen Pflichterfüllung und persönlichem Abgrund alles geben muss.
Ein stimmiges Gesamtbild ohne Routine
"Nord bei Nordost - Jagd in die Vergangenheit" wirkt in der finalen Umsetzung ruhig, konzentriert und sauber inszeniert. Die Figuren spielen glaubwürdig und ohne überflüssige Dramatik, was dem Film eine besondere Tiefe verleiht. Die Atmosphäre an der Küste trägt das Werk dabei stellenweise sogar stärker als die eigentliche Krimihandlung. Der Ton bleibt angenehm reduziert und vertraut, ohne in eine müde Routine zu versinken. Insgesamt entsteht so ein stimmiger, unaufgeregter Donnerstagskrimi, der durch seine Klarheit und die schmerzhafte Suche nach der Wahrheit überzeugt.








