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Rätselhafter Überfall in Osdorf: Wenn die Täter selbst den Notruf wählen - heute (21.01.2026) bei "Aktenzeichen XY... ungelöst"

Mittwoch, 21.01.2026 13:27 Uhr | Tags: ZDF, Fahndungssendung, Aktenzeichen XY... Ungelöst, Rudi Cerne

Es ist ein Fall, der selbst erfahrene Ermittler des Hamburger Landeskriminalamts bis heute vor ein Rätsel stellt. Am 11. Mai 2011 ereignete sich in einem beschaulichen Wohngebiet in Hamburg-Osdorf eine Tat, die durch ihre Skurrilität und psychische Grausamkeit aus der Masse der Raubdelikte heraussticht. Ein älteres Ehepaar wurde am helllichten Tag in seinem eigenen Einfamilienhaus überfallen, in den Keller gezerrt und dort wehrlos zurückgelassen. Doch das Erstaunlichste geschah nach der Flucht der Täter: Sie selbst informierten die Polizei über das Schicksal ihrer Opfer. Dieser Fall wird heute (21.01.2026) ab 20:15 Uhr in der Fahndungssendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" im ZDF noch einmal neu aufgerollt.

"Da liegen zwei alte Leute gefesselt"

Die Tat begann wie ein klassisches Raubdelikt. Zwei Männer drangen in das Haus des Ehepaars ein, das in der Nachbarschaft als sehr zurückgezogen und bescheiden galt. Die Täter gingen äußerst koordiniert vor, fesselten die Senioren mit Kabelbindern sowie Klebeband und sperrten sie in den Keller. Während das Paar Todesängste ausstand, durchkämmten die Männer die Wohnräume auf der Suche nach vermeintlichen Reichtümern. Die Überraschung folgte bei der Bestandsaufnahme: Die Täter fanden nichts von Wert. Ohne Beute verließen sie das Grundstück, nur um kurz darauf von zwei öffentlichen Telefonzellen in verschiedenen Stadtteilen - Schnelsen und Georgswerder - den Notruf 110 zu wählen. In einem der Telefonate erklärte ein Anrufer fast schon geschäftsmäßig, dass man "nur Bescheid sagen wolle", dass dort zwei alte Leute gefesselt im Keller lägen.

Stimmen aus der Vergangenheit als letzte Chance

Trotz der schnellen Befreiung durch die Polizei blieb das Motiv der Tat über fast 15 Jahre im Dunkeln. Warum wurde ausgerechnet dieses Paar ausgewählt, bei dem es offensichtlich nichts zu holen gab? War es ein Tippfehler in der Planung der Kriminellen oder steckte ein ganz anderes Ziel dahinter? In der heutigen Ausgabe von "Aktenzeichen XY... ungelöst" setzt das Raubdezernat Altona auf eine Karte, die damals noch nicht zum Erfolg führte: Die Originalaufnahmen der Täterstimmen. Die Ermittler hoffen, dass die markanten Stimmen der Anrufer auch nach so langer Zeit wiedererkannt werden.

Gerechtigkeit nach dem Tod der Opfer

Für das betroffene Ehepaar kommt jede Klärung zu spät; beide sind inzwischen verstorben. Dennoch ist der Ehrgeiz der Hamburger Polizei ungebrochen, die Täter von damals dingfest zu machen. Für entscheidende Hinweise, die zur Ergreifung der Männer führen, ist eine Belohnung von 3.000 Euro ausgelobt. Die Ermittler setzen darauf, dass sich im Umfeld der Täter im Laufe der Jahre die Zungen gelockert haben könnten oder dass die Veröffentlichung der Tonbandaufnahmen im bundesweiten Fernsehen den entscheidenden Impuls gibt, um dieses bizarre Kapitel der Hamburger Kriminalgeschichte endlich zu schließen.

Ab 20:15 Uhr ist die aktuelle Ausgabe von "Aktenzeichen XY... ungelöst" auch über die ZDF Mediathek abrufbar.


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