Spreewaldkrimi "Böses muss mit Bösem enden": Christian Redl kämpft gegen die Dämonen des Spreewalds heute (10.03.2026) auf 3sat

© ZDF/Oliver Feist
Auf 3sat läuft heute (10.03.2026) um 20:15 Uhr die Wiederholung des außergewöhnlichen Spreewaldkrimis "Böses muss mit Bösem enden", der die Grenzen des klassischen Fernsehkrimis mutig sprengt. In diesem Fall ist der charismatische Ermittler Thorsten Krüger (Christian Redl) bereits pensioniert, doch die Ruhe an seinem Bauwagen ist nur von kurzer Dauer. Sein ehemaliger Kollege Martin Fichte (Thorsten Merten) bittet ihn händeringend um Hilfe, nachdem die Polizistin Luise Bohn (Alina Stiegler) niedergeschossen wurde. Krüger soll sich um die Zeugin Fina Jurisch (Mercedes Müller) kümmern, gerät dabei jedoch in einen Strudel aus verzerrenden Erinnerungen und unheimlichen Vorhersehungen. Der Film verwebt eine handfeste Scharfschützenjagd mit tiefen philosophischen Fragen nach der Natur der Zeit und lässt den Zuschauer gemeinsam mit dem alternden Kommissar an dessen Verstand zweifeln.
Wenn die Vergangenheit die Gegenwart verschlingt
Die Erzählweise dieser Episode spielt meisterhaft mit einem angeknacksten Raum-Zeit-Kontinuum, in dem Krüger Erlebnisse chronologisch nicht mehr ordnen kann. Geplagt von der Angst vor einer beginnenden Demenz, sucht er Antworten bei dem mysteriösen Astrophysiker Prof. Levi A. Than (Fabian Hinrichs), der die menschliche Zeiteinteilung als reine Illusion abtut. Während Krüger Visionen seiner verstorbenen Freundin Marlene Seefeldt (Claudia Geisler-Bading) hat, verdichten sich die Zeichen für einen Rachefeldzug aus der realen Welt. Felix Hoffmann (Robin Sondermann), den Krüger vor zwei Jahrzehnten hinter Gitter brachte, scheint zurückgekehrt zu sein, um dem Ex-Polizisten alles zu nehmen, was ihm teuer ist. Diese Mischung aus traumähnlichen Sequenzen und der harten Realität eines drohenden Anschlags verleiht dem Krimi eine seltene, fast klaustrophobische Intensität.
Der Kampf gegen ein vorbestimmtes Schicksal
In einem nervenaufreibenden Verlauf muss Krüger mit ansehen, wie sein Freund Fichte scheinbar stirbt, nur um sich kurz darauf in einer Zeitschleife wiederzufinden, die ihm eine zweite Chance bietet. Die Begegnung mit dem Scharfschützen Hoffmann führt zu einer dramatischen Konfrontation, in der Krüger sein Wissen über ein altes Geständnis nutzt: "Böses muss mit Bösem enden". Doch hinter der Rache des Ex-Häftlings lauert eine noch dunklere Macht. Der Professor entpuppt sich als eine Art metaphysischer Verführer, dessen Name Leviathan bereits auf biblische Ungeheuer anspielt. Das Gespräch zwischen Krüger und Than über den freien Willen und die Vorherbestimmung bildet den intellektuellen Kern des Films, bevor der Professor so plötzlich verschwindet, wie er aufgetaucht ist.
Surrealer Thriller in mystischer Kulisse
Regie und Kamera nutzen die neblige, labyrinthische Landschaft des Spreewalds, um die Verwirrung der Hauptfigur bildgewaltig zu untermalen. Neben dem Stammensemble überzeugen auch Charlotte Puder als Thea Bernbeck und Caroline Adam Bay als Gesa Nowak in einem Geflecht aus Schuld und Sühne. Die Inszenierung des Spreewaldkrimis "Böses muss mit Bösem enden": bricht bewusst mit den Sehgewohnheiten eines Whodunit und rückt stattdessen die psychische Belastung und die berufliche Fallhöhe Krügers in den Fokus. Am Ende bleibt ein atmosphärisch dichter Film zurück, der die Zuschauer mit der Frage entlässt, ob wir unser Schicksal wirklich selbst in der Hand haben. Wer einen Krimi jenseits der üblichen Schema-F-Ermittlungen sucht, kommt an dieser Wiederholung heute Abend nicht vorbei.
Der Spreewaldkrimi "Böses muss mit Bösem enden" ist auch über die ZDF Mediathek abrufbar.








