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Venedigs dunkle Seele: Heute (18.10.2025) fünfmal Commissario Brunetti - ein Pflichtabend für "Donna Leon"-Fans

Samstag, 18.10.2025 14:30 Uhr | Tags: SWR, BR Fernsehen, Krimi, Donna Leon, Uwe Kockisch, Joachim Krol

Ein Abend voller Eleganz, Moral und venezianischer Melancholie erwartet die Zuschauer heute (18.10.2025) in den Dritten Programmen: Sowohl der SWR als auch das BR Fernsehen präsentieren eine beeindruckende Auswahl an Wiederholungen aus der beliebten ARD-Krimireihe "Donna Leon". Basierend auf den Romanen der in Venedig lebenden US-Autorin, lief die Reihe von 2000 bis 2019 und etablierte sich mit 26 Filmen als Inbegriff des stillen, atmosphärischen Fernsehkrimis. Im Zentrum steht Commissario Guido Brunetti, der über Jahre hinweg vor allem von Uwe Kockisch als nachdenklicher und moralisch integrer Ermittler verkörpert wurde. Statt auf Action setzt "Donna Leon" auf die Atmosphäre der Lagunenstadt, auf kluge Dialoge und die moralischen Abgründe von Korruption und sozialer Ungerechtigkeit. Zahlreiche "Donna Leon"-Folgen sind auch über die ARD Mediathek abrufbar.

Kockisch und Król: Zwei Gesichter des Commissario

Der Erfolg der Reihe ist untrennbar mit dem Gesicht von Uwe Kockisch verbunden, der die Rolle des Commissario Brunetti ab Folge 5 im Jahr 2003 übernahm und bis zum Ende im Jahr 2019 prägte. Kockisch verkörperte Brunetti als einen Mann, der Gerechtigkeit über Karriere stellt, als liebevollen Familienvater und als moralischen Kompass in einem korrupten System. Aber auch Joachim Król, der in den ersten vier Filmen (u.a. in den heute gezeigten "Nobiltà" und "Vendetta") den Commissario spielte, trug zur frühen Popularität bei. Obwohl die Titelmelodie von André Rieu die romantischen Klischees bedient, geht es in den Filmen oft um die Schattenseiten Venedigs: Umweltverbrechen, Menschenhandel und die Arroganz der Mächtigen. Heute Abend haben Zuschauer die einmalige Chance, das Spektrum beider Hauptdarsteller zu erleben.

"Donna Leon - Tod zwischen den Zeilen": Tatort Bibliothek (SWR, 20:15 Uhr)

In "Donna Leon - Tod zwischen den Zeilen" wird Commissario Brunetti (Uwe Kockisch) in einen Fall hineingezogen, der das stille Verbrechen des Kulturguts in den Fokus rückt. Der Mordfall dreht sich um gestohlene Seiten aus kostbaren Folianten. Der Tote war ein ehemaliger Priester und leidenschaftlicher Sammler alter Schriften. Seine digitale Spur führt Brunetti tief in die ehrwürdige Biblioteca Merula. Der Fall basiert lose auf einem realen Skandal um Bücherdiebstahl, doch für Brunetti wird es persönlich: Sein Sohn Raffi gerät selbst ins Visier der Täter und bringt seinen Vater in moralische Zwickmühlen. Regisseur Sigi Rothemund inszeniert mit Jenny Schily als Bibliotheksleiterin Fabbiani ein hochkarätiges Ensemble vor der Kulisse des literarischen Venedigs.

"Donna Leon - Beweise, daß es böse ist": Stiller Widerstand gegen die Aktenlage (BR, 20:15 Uhr)

Zeitgleich im BR Fernsehen beginnt eine weitere packende Folge: In "Donna Leon - Beweise, daß es böse ist" erklärt Vice-Questore Patta den Mord an einer älteren Dame vorschnell für gelöst. Die rumänische Reinigungskraft Florinda wird verdächtigt, doch Brunetti (Uwe Kockisch) ermittelt weiter - ganz im Stil des stillen Widerstands. Als Florindas Sohn Gabriel (Christoph Bach) selbst nachforscht, bringt er neue Perspektiven in den Fall, der die moralische Ambivalenz Venedigs widerspiegelt. Sigi Rothemund inszeniert diesen Krimi mit spürbarem Tempo und Esprit, was ihn zu einem Donna-Leon-Film mit einer überraschend leichten "Amore"-Note macht.

"Donna Leon - Nobiltà": Leiche im Adelspalast (BR, 21:45 Uhr)

Der Abend führt die Zuschauer zurück zu den Anfängen der Reihe: In "Donna Leon - Nobiltà" ermittelt Joachim Król als Commissario Brunetti. Bei Renovierungsarbeiten wird im Palast einer der einflussreichsten Adelsfamilien Venedigs die Leiche eines jungen Mannes entdeckt, der einst entführt wurde. Das Opfer stammt aus der Familie Lorenzoni, deren Oberhaupt die Zahlung des Lösegeldes verweigerte. Der Fall konfrontiert Brunetti mit einem moralischen Rätsel und der Frage, welche Verantwortung Reichtum und Adel mit sich bringen.

"Donna Leon - Venezianisches Finale": Mord im Teatro La Fenice (SWR, 21:50 Uhr)

In "Donna Leon - Venezianisches Finale" übernimmt Uwe Kockisch die Rolle des Brunetti. Die Episode, die auf Donna Leons Debütroman basiert und damit der erste Fall in der Romanreihe ist, beginnt mit dem Mord am Stardirigenten Helmut Wellauer. Dieser wird während einer Aufführung in der Oper La Fenice mit Zyankali in seiner Garderobe vergiftet. Das Mordmotiv ist musikalisch und persönlich: Der Dirigent hatte viele Feinde. Regisseur Sigi Rothemund inszeniert mit viel Gespür für die psychologische Spannung und das einzigartige Flair des Opernhauses.

"Donna Leon - Vendetta": Brunettis erster Fall im TV (BR, 23:15 Uhr)

Den Abschluss bildet die allererste TV-Adaption der Reihe: "Donna Leon - Vendetta" (BR, 23:15 Uhr). Hier ermittelt wieder Joachim Król als Commissario. Die Folge beginnt mit einem Auftragsmord an einem hochrangigen Militär und führt Brunetti auf die Spur eines düsteren Netzwerks aus Zwangsprostitution, Menschenhandel und Justizversagen. Der Fall, der auf einem frühen Roman von Donna Leon basiert, liefert einen düsteren Ton und beweist, dass die Reihe von Anfang an gesellschaftlich relevante und moralisch herausfordernde Themen behandelte.

Die ARD-Krimireihe "Donna Leon" ist über zwei Jahrzehnte hinweg zum festen Bestandteil des deutschen Fernsehkrimis geworden - nicht wegen spektakulärer Action, sondern wegen ihrer stillen Eleganz. Im Zentrum steht Commissario Guido Brunetti, verkörpert von Joachim Król und später Uwe Kockisch mit ruhiger Autorität und moralischer Tiefe. Die Fälle, meist angesiedelt im melancholischen Venedig, kreisen um Korruption, Umweltverbrechen, soziale Ungerechtigkeit und familiäre Abgründe - stets mit einem Hauch literarischer Melancholie. Statt klassischem Whodunit setzt die Reihe auf Atmosphäre, Dialog und Gewissensfragen. Die Musik von André Rieu, das Spiel mit Licht und Lagune, und die kluge Besetzung machen "Donna Leon" zu einem Krimi, der mehr fragt als beantwortet - und gerade deshalb lange nachhallt.


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