Venezianische Abgründe: Uwe Kockisch als Commissario Brunetti heute (29.11.2025) im Krimi-Triple

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Der Fernsehabend im BR steht heute (29.11.2025) ganz im Zeichen italienischer Krimi-Kunst: Der Sender strahlt gleich drei der beliebten "Donna Leon"-Verfilmungen aus, in denen der charismatische Uwe Kockisch als Commissario Guido Brunetti die Hauptrolle spielt. Seit 2003 verkörpert Kockisch den nachdenklichen, moralisch gefestigten und zugleich von den politischen Untiefen seiner Heimatstadt Venedig frustrierten Ermittler. Seine Darstellung prägt die Reihe maßgeblich: Er verleiht Brunetti eine einzigartige Mischung aus melancholischer Gelassenheit und scharfem Intellekt. Das Publikum kann sich auf einen tiefgründigen Einblick in die dunklen Seiten der Lagunenstadt freuen, in denen Korruption, menschliche Abgründe und versteckte Verbrechen hinter der pittoresken Fassade lauern.
20:15 Uhr: Der Schmutz im Kulturbetrieb in "Donna Leon - Acqua Alta"
Der Auftakt des Krimi-Triples erfolgt um 20:15 Uhr mit dem Fall "Acqua Alta". Die Szenerie könnte nicht passender für Venedig sein: Es ist kalt, das berühmte Hochwasser steigt, und die Heizung in Brunettis Büro streikt. Doch die Kälte wird schnell zur Nebensache, als der Commissario erfährt, dass die ihm persönlich bekannte amerikanische Altertumsforscherin Brett Lynch brutal zusammengeschlagen wurde. Die offizielle Polizeimeinung tendiert zu einem missglückten Raubüberfall. Brunetti hegt jedoch sofort Zweifel.
Die Sorge von Bretts Freundin, der Opernsängerin Flavia Petrelli, bestätigt seinen Instinkt: Brett sollte vor einem Treffen mit dem Museumsdirektor Semenzato abgehalten werden. Der Grund ist heikel: Bei einer von ihr organisierten Ausstellung chinesischer Vasen fehlen zwei kostbare Originale, die durch Fälschungen ersetzt wurden. Brunetti deckt mithilfe des Kunstkenners Gabriele Cassato auf, dass Semenzato in illegale Kunstgeschäfte verwickelt ist und zusammen mit dem Antiquitätenhändler Franco Murino auf dem Kunstmarkt absahnt. Als Semenzato und Murino kurz nacheinander ermordet werden, steht Brunetti vor einem komplexen Rätsel. Die entscheidende Spur liefert ihm Signorina Elettra, als sie auf einem Überwachungsvideo des Museums den zwielichtigen Salvatore La Capra identifiziert - den Sohn eines einflussreichen Mannes, dessen Leidenschaft für Kunst den Kreis der Verdächtigen schließlich schließt.
21:45 Uhr: Moralische Abgründe im Opernhaus in "Donna Leon - Venezianisches Finale"
Direkt im Anschluss folgt um 21:45 Uhr der Fall "Venezianisches Finale", der Brunetti in die glamouröse, aber moralisch verdorbene Welt des Opernhauses führt. Große Aufregung herrscht hinter den Kulissen, denn der weltberühmte Dirigent Helmut Wellauer liegt tot in seiner Garderobe. Der unverkennbare Geruch von Bittermandel deutet auf eine Zyankali-Vergiftung hin. Brunetti stellt schnell fest, dass der Maestro ein derart unangenehmer und intrigenter Zeitgenosse war, dass fast jeder seiner Kollegen ein Mordmotiv hatte.
Die Sängerin Flavia Petrelli, die auch im vorigen Fall auftrat, geriet ins Visier Wellauers, weil dieser ihre lesbische Beziehung zu Brett Lynch öffentlich machen wollte. Während Brunettis Frau Paola und sein Vorgesetzter Patta die 40 Jahre jüngere und sehr wohlhabende Gattin Elisabeth Wellauer verdächtigen, gräbt Brunetti tiefer. Er sucht die alte Sängerin Clemenza Santini auf, deren Karriere Wellauer einst skrupellos ruinierte. Sie berichtet Brunetti von den pädophilen Neigungen des Musikgenies. Mit dieser schockierenden Erkenntnis gerät Brunettis Weltanschauung ins Wanken, und seine Ermittlungen stellen ihn vor ein tiefes moralisches Dilemma, das über die einfache Aufklärung eines Mordes hinausgeht.
23:10 Uhr: Vertuschte Skandale und militärische Macht in "Donna Leon - Verschwiegene Kanäle"
Den Abschluss des Krimi-Abends bildet um 23:10 Uhr der Fall "Verschwiegene Kanäle". Der vermeintliche Selbstmord eines Kadetten an der angesehenen Militärakademie San Martino soll schnell und ohne Aufsehen zu den Akten gelegt werden - so wünscht es sich zumindest Brunettis Vorgesetzter, Vice-Questore Patta, der selbst Sympathien für das Militär hegt. Brunetti glaubt jedoch nicht an Selbstmord. Die streng gedrillten Mitschüler des Toten wirken merkwürdig verschlossen und verängstigt. Sie scheinen den Comandante Toscano zu fürchten, was die Ermittlungen behindert.
Auch der Vater des toten Jungen, der kritische Ex-Politiker Fernando Moro, verweigert die Zusammenarbeit mit der Polizei. Licht ins Dunkel bringt unerwartet Brunettis eigener Sohn Raffi, der seinen Vater als Praktikant begleitet. Raffi spricht die Sprache der gleichaltrigen Kadetten und erfährt, dass diese vor ihrem sadistischen Mitschüler Enzo Filippi zittern. Dank Signorina Elettras speziellen Verbindungen entdeckt Brunetti bald eine Verbindung zwischen Enzos Vater, der durch Rüstungsaufträge reich wurde, und Toscano, der ihm diese Aufträge als ehemaliger Staatssekretär zugeschustert hatte. Der frühere Versuch von Fernando Moro, diesen Skandal aufzudecken, endete jäh, als seine Frau Isabella nur mit knapper Not einen Mordanschlag überlebte. Brunetti muss erkennen, dass der Tod des Kadetten in einem Netz aus Korruption und militärischer Macht verschworen wurde.








