Happy-Spots - Mein Online Magazin

Wahnsinn hinter Gittern: Warum der Dortmund-Tatort "Tollwut" auch heute noch schockiert

Dienstag, 06.01.2026 13:12 Uhr | Tags: WDR, Krimi, Tatort, Jörg Hartmann, Ulrike Krumbiegel

Wenn heute Abend (06.01.2025) um 20:15 Uhr im WDR die Lichter in der JVA Dortmund angehen, sollten sich die Zuschauer auf eine der düstersten Stunden der Tatort-Geschichte gefasst machen. Die Wiederholung der Episode "Tollwut" beweist eindrucksvoll, warum dieser Dortmund-Tatort weit mehr als ein gewöhnlicher Fernsehkrimi ist; er ist ein Trip in die Abgründe menschlicher Moral. Was als medizinischer Ausnahmefall beginnt, entpuppt sich schnell als perfider Rachefeldzug, der das Team um Peter Faber (Jörg Hartmann) an den Rand der Verzweiflung treibt. Der Dortmund-Tatort "Tollwut" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar.

Eine Seuche als tödliche Waffe

Schäumende Münder, unkontrollierte Beißattacken und qualvolle Schreie verwandeln das Gefängnis in eine Kulisse, die eher an einen Zombie-Horrorfilm erinnert als an einen klassischen Ermittlerfall. Ein Häftling stirbt an einer Tollwutinfektion, einer Krankheit, die hierzulande eigentlich als ausgerottet gilt. Die Tatsache, dass das Virus vorsätzlich bei einer Messerstecherei übertragen wurde, gibt diesem Dortmund-Tatort eine beispiellose Brutalität. Besonders bitter ist der persönliche Aspekt für die Ermittler: Der Gefängnisarzt Dr. Jonas Zander (Thomas Arnold), ein ehemaliger Kollege aus vergangenen Tagen, wurde ebenfalls infiziert. Sein langsames Siechtum und das sichere Wissen um seinen nahenden Tod verleihen dem Geschehen eine beklemmende Intensität.

Das Gefängnis als moralisches Labor

Hinter den dicken Mauern der JVA entfaltet sich ein Kammerspiel der Angst, das für den Dortmund-Tatort so typisch ist. Die Enge der Zellen und die drohende Meuterei unter der Leitung der überforderten Angelika Zerrer (Ulrike Krumbiegel) schüren eine Atmosphäre der ständigen Bedrohung. Die Krankheit fungiert dabei als bittere Metapher für den Kontrollverlust, der nicht nur die Insassen, sondern auch die Kommissare erfasst. Während Martina Bönisch (Anna Schudt) und Nora Dalay (Aylin Tezel) versuchen, die Ruhe zu bewahren, verbeißt sich Faber in seine ganz persönlichen Dämonen. Er ist überzeugt, dass sein Erzfeind Markus Graf (Florian Bartholomäi), der Mörder seiner Familie, hinter den blutigen Unruhen steckt.

Der Endgegner spielt auf Zeit

Markus Graf zieht aus seiner Zelle heraus die Fäden und treibt Faber in einen Tunnelblick aus Hass und Besessenheit. Mit kryptischen Hinweisen auf den Albaner Tomek Kodra (Murathan Muslu) und dessen Fluchtpläne manipuliert er die Ermittlungen und spaltet das Team. Das große Finale, das in einer riskanten Evakuierung und einem hinterhältigen Cliffhanger gipfelt, lässt den Zuschauer atemlos zurück. Wenn Faber am Ende die Leiche seiner Anwältin findet und mit einem Foto seiner Tochter provoziert wird, ist klar, dass der wahre Schrecken in diesem Dortmund-Tatort gerade erst begonnen hat. "Tollwut" bleibt ein kraftvoller, atmosphärisch dichter Brocken Fernsehen, der auch bei der heutigen Ausstrahlung nichts von seiner beunruhigenden Wirkung verloren hat.


Das könnte Sie auch interessieren

(DJD). Erst färben sich die Bäume bunt, später überziehen glitzernde Eiskristalle das Schilf am Ufer, und mit den ersten Sonnenstrahlen verzieht sich der Frühnebel von der spiegelglatten Wasserfläche: Am Bodensee ist die kühle Jahreszeit wie geschaffen, um in der Natur zur Ruhe zu kommen. Zwischen Lindau und Bodman-Ludwigshafen gibt es abwechslungsreiche... weiterlesen

Wenn die Tage kürzer werden und die ersten kalten Winde durch die Straßen wehen, verlagert sich das Leben nach drinnen. Wir sehnen uns nach Geborgenheit, sanftem Licht und diesem unnachahmlichen Hygge-Gefühl, das die dunkle Jahreszeit so magisch macht. Ein Deko-Element hat sich dabei in den letzten Jahren vom nostalgischen Klassiker zum absoluten Trendobjekt entwickelt: der... weiterlesen

Die Tage werden kürzer, die Kerzen brennen öfter und die Frage stellt sich: Welcher Adventskalender versüßt uns in diesem Jahr eigentlich die Wartezeit bis Weihnachten? Wer glaubt, Schokoladen-Kalender wären nur etwas für Kinder, irrt gewaltig. Die Auswahl reicht längst vom nostalgischen Supermarkt-Klassiker bis hin zur edlen Bio-Manufaktur-Praline. ... weiterlesen

(DJD). Autos fahren elektrisch, Windräder liefern grünen Strom und Künstliche Intelligenz gehört zum Alltag: Unsere Welt wird immer digitaler, vernetzter und elektrischer. Fast könnte man meinen, sie werde dabei immateriell. Doch im Hintergrund sorgt ein echter Superheld dafür, dass all das funktioniert: Kupfer. Unscheinbar, rötlich schimmernd und seit... weiterlesen

Wenn draußen der erste Frost den Boden überzieht, gibt es kaum etwas Schöneres, als sich mit einer dampfenden Tasse Tee in die eigene Kuschelecke zurückzuziehen. Ein Tee-Adventskalender ist dabei weit mehr als nur ein Countdown bis zum Fest – er ist eine tägliche Einladung, kurz innezuhalten und den Moment bewusst zu genießen. Wir haben drei besonders... weiterlesen