Happy-Spots - Mein Online Magazin

ARD Themenabend "60 Jahre Mauerbau" heute (07.08.2021) mit Spielfilm "3 1/2 Stunden" und Doku "Wir Kinder der Mauer"

Samstag, 07.08.2021 13:26 Uhr | Tags: ARD, Themenabend, Eventfilm, Dokumentation

Am kommenden Freitag jährt sich der innerdeutsche Mauerbau zum 60. Mal. Aus diesem Anlass läuft heute (07.08.2021) in der ARD der Themenabend "60 Jahre Mauerbau". Ab 20:15 wird zunächst der Eventfilm "3 1/2 Stunden" ausgestrahlt. Im Anschluss zeigt die ARD ab 21:50 Uhr die Dokumentation "Wir Kinder der Mauer". Über die ARD-Mediathek können der Spielfilm "3 1/2 Stunden" für 30 Tage und die Dokumentation "Wir Kinder der Mauer" für 12 Monate gestreamt werden.

Datum geht es heute im Eventfilm "3 1/2 Stunden"

Weiterfahren oder aussteigen: Vor dieser schicksalhaften Entscheidung stehen Zugreisende nach Ost-Berlin am Tag des Mauerbaus, dem 13. August 1961. Der Eventfilm "3 1/2 Stunden" verdichtet die Zerrissenheit des geteilten Landes in einer dramatischen Fahrt. Unter der Regie von Ed Herzog legt das exzellente Darstellerensemble - zu dem die Sängerin und Schauspielerin Alli Neumann gehört - die Träume, Geheimnisse und Konflikte der Protagonisten offen, die nun in das Brennglas politischer Ereignisse geraten. Erst 28 Jahren später, am 9. November 1989, sollte sich der Eiserne Vorhang mit dem Fall der Berliner Mauer wieder öffnen. Das Drehbuch stammt von Beate Fraunholz und Robert Krause, der im Sommer 1989 als Jugendlicher aus der DDR geflüchtet ist.

Kurzinhalt: München am 13. August 1961. Der Interzonenzug D-151 mit DDR-Bürgern als Reisegästen macht sich auf den Weg nach Ost-Berlin. Unterwegs spricht sich die Nachricht von einem Mauerbau wie ein Lauffeuer herum. Die überzeugte Kommunistin Marlies (Susanne Bormann), Tochter eines hohen NVA-Offiziers (Uwe Kockisch), erkennt sofort, welche Auswirkungen dadurch auf ihre Ehe und die beiden Kinder (Kolja Rashed, Klara Metten) drohen. Ihr Ehemann Gerd (Jan Krauter), ein regimekritischer Ingenieur, drängt auf das Bleiben in der BRD. Mit jedem Halt rückt die Entscheidung näher, ob die Familie zerbricht - oder zu welchem Preis sie zusammenbleiben kann. Auch die Band von Sängerin Carla (Alli Neumann), die von einem finanziell ernüchternden Gastspiel in den Osten zurückfährt, steht vor einer Zerreißprobe. Sie und zwei Musiker entscheiden sich für einen Neuanfang im Westen, trotz der Ungewissheit. Carlas große Liebe, der Bassist Sasha Goldberg (Jeff Wilbusch), möchte jedoch nicht aussteigen - und das, obwohl er um das düstere Geheimnis weiß, das die Bandleaderin hinter sich lassen will. Unterdessen bereitet sich auf der Ostseite die junge Lokführerin Edith Salzmann (Luisa-Céline Gaffron) darauf vor, wie gewohnt den Zug am letzten bundesrepublikanischen Halt zu übernehmen. Für sie ist es ein besonderer Arbeitstag, denn ein DEFA-Filmreporter (Vincent Redetzki) soll über Edith als eine der ersten Frauen in diesem Beruf berichten. Doch auch bei ihr kommen nun Gedanken an eine Flucht in die Freiheit auf.

Darum geht es heute in der Dokumentation "Wir Kinder der Mauer"

Der Tag des Mauerbaus bestimmt auf lange Zeit das Leben vieler Kinder und Jugendlicher. Mehr noch als die Erwachsenen sind sie dem Geschehen total ausgeliefert, sind ohnmächtig in Bezug auf Politik und familiäre Entscheidungen. 28 Jahre lang sind Mauer und Stacheldraht eine vorgefundene Realität in ihrem Leben. Manche lehnen sich gegen ihren vorgezeichneten Lebensweg auf, andere finden sich mit der Teilung ab, die Familien auseinandergerissen, Menschen entwurzelt und Liebende getrennt hat. Unzählige junge Ostdeutsche haben Verwandte im Westen, aber mehr als gelegentliche Westpakete und hin und wieder ein Besuch sind über Jahrzehnte nicht denkbar. Die Lebenswelten entwickeln sich auseinander. Aber auch immerhin 1,25 Millionen Menschen verlassen das Land zwischen Elbe und Oder nach dem Mauerbau für immer. Manche sind kaum 18 Jahre alt und riskieren ihr Leben dabei. In ganz Westdeutschland, von Sylt bis zum Starnberger See, wachsen deshalb Kinder auf, deren Familien ostdeutsche Wurzeln haben. Und auch in umgekehrter Richtung beeinflussen familiäre Entscheidungen das Leben der Kinder: Pro Jahr gehen auch immerhin noch über 1000 Westdeutsche in die DDR, um dort dauerhaft zu leben.

"Wir Kinder der Mauer" von Kristin Siebert und Christian von Brockhausen erzählt für Fernsehen, Mediathek und Hörfunk die Geschichte dieser Heranwachsenden zwischen 1961 und 1989. Das Besondere an dieser ARD-Gemeinschaftsproduktion, hergestellt von ECO Media: Diese Geschichte wird in ganz Deutschland verortet. Heute denkt man beim Thema Mauer reflexartig an Berlin. Doch die Geschichte der Teilung ist lang. In der ganzen Bundesrepublik sind heute Menschen verstreut, die unmittelbar vom Mauerbau und der Teilung geprägt wurden, deren Leben ohne diesen Einschnitt anders verlaufen wäre. 

Die Teilung - das macht die Dokumentation deutlich - ist ein gesamtdeutsches Thema, nicht nur für die Anrainer der innerdeutschen Grenze. Da ist etwa der Hamburger Peter Drauschke, der als 18-Jähriger zwei Jahre nach dem Mauerbau mit seinem Freund Erwin freiwillig in die DDR geht, weil beide an den Sozialismus glauben. Die Realität zerstört ihre Illusionen: Erwin begeht Selbstmord. Peter wird nach einem gescheiterten Fluchtversuch verhaftet. Noch heute ist der ehemalige FDJ-Funktionär, der wieder in Hamburg lebt, traumatisiert.

Antje Korte-Böger aus Siegburg in Nordrhein-Westfalen hat ihren Vater in jungen Jahren zur Leipziger Messe begleitet. Sie fühlte früh den Zwiespalt zwischen dem "reichen" Westen und dem "armen" Osten, besonders bei den Verwandtschaftsbesuchen aus Ostdeutschland.

Aufwühlend ist die Lebensgeschichte der Ost-Berlinerin Liane Weinstein, die im Alter von zwei Monaten von ihren Eltern getrennt wird. Der Versuch, sie durch einen Tunnel nach West-Berlin zu holen, scheitert. Sie wächst bei den Großeltern in Ost-Berlin auf. Als sie mit elf Jahren endlich ausreisen darf, sind ihre Eltern geschieden, das Verhältnis zu beiden belastet. Erst vor kurzem wurde der Tunneleingang in Berlin entdeckt und freigelegt. Liane Weinstein wagt sich nach fast 60 Jahren zurück zu der Stelle, um sich ihrer schmerzhaften Vergangenheit zu stellen.

Da ist die Münchnerin Katrin Eder, die Mitte der 70er Jahre aus ihrem wohlhabenden Elternhaus ausbricht und über West-Berlin in die DDR zieht und dort ein Mitglied des SED-Singeklubs "Oktoberklub" heiratet.

Jörg Reinicke aus Saarbrücken trifft sich bis heute mit seinen ehemaligen Klassenkameraden aus Brandenburg an der Havel, zu denen er trotz Übersiedlung in den Westen Kontakt hielt. Als Russisch-Dolmetscher u.a. für Michail Gorbatschow nutzte er jede Dienstreise in den Ostblock, um seine Heimat zu besuchen.

Die Liebesgeschichte von Mamo und Dorothee Adugna aus Rheinland-Pfalz nimmt 1985 in einem Ost-Berliner Krankenhaus ihren Anfang. Der Äthiopier liegt dort zur Behandlung nach einem Minenunfall in seiner Heimat. Die beiden verlieben sich und wollen in den Westen fliehen, als Mamo zurück nach Äthiopien geschickt werden soll.

Diese und ein gutes Dutzend weiterer Menschen erzählen ihre außergewöhnliche Geschichte - teilweise zum ersten Mal. Eine intensive Reise in die Vergangenheit, die in der Gegenwart nicht zu Ende ist.


Das könnte Sie auch interessieren

(djd). Lange Tage und viele Sonnenstunden: Das Leben spielt sich wieder draußen ab. Entspannte Spaziergänge, eine flotte Runde Nordic Walking, Gartenarbeit oder ein Stadtbummel sind jetzt beliebte Aktivitäten. Viele Menschen fühlen sich an der frischen Luft motivierter und energiegeladen - aber oft spielen die Beine nicht mit. Sie fühlen sich müde und schwer... weiterlesen

Die 11. Staffel von "Feuerwehrmann Sam" hat es in sich: Zuerst dreht sich alles um die tierischen Freunde in Pontypandy. Bei einer organisierten Reittour von Moose unterschätzt mancher Reiter seine Fähigkeiten, was nicht ohne Folgen bleibt. Und auch der Rettungseinsatz einer Katze aus dem Abwasserkanal führt bei Sam zu unerwünschten... weiterlesen

Die Free-TV-Premiere der Komödie "Lady Business" läuft heute, am 23.06.2022, um 20.15 Uhr auf ProSieben.
© Cover: (2021) Paramount Pictures. All Rights Reserved.

TV-Tipp: ProSieben zeigt heute (23.06.2022) die Free-TV-Premiere "Lady Business"

Zur Primetime läuft heute, am 23.06.2022, die Turbulente Komödie "Lady Business" vom puerto-ricanischen Regisseur Miguel Arteta: Mia (Tiffany Haddish) und Mel (Rose Byrne) sind beste Freundinnen. Ihr gemeinsames Kosmetikunternehmen läuft leider mehr schlecht als recht, sodass sie komplett verschuldet sind.   Als sich die Ikone der Beautybranche, Claire... weiterlesen

(djd). Es muss ja nicht gleich der grüne Teppich eines typisch-britischen Landschaftsgartens sein. Gleichwohl ist ein gepflegter, dichter Rasen der Stolz jedes Gartenbesitzers. Ganz ohne Pflege geht das natürlich nicht. Die saisonal angepasste Nährstoffgabe von der Frühjahrs- bis zur Herbstdüngung gehört ebenso dazu wie ein gründliches Wässern bei anhaltenden... weiterlesen

Joya Marleen ist gerade mal 19 Jahre alt und erreichte mit ihrer Debütsingle "Nightmare" bereits als erste Schweizer Künstlerin die Spitze der nationalen Airplay-Charts und gewann bei den diesjährigen Swiss Music Awards in allen 3 Kategorien, in denen Sie nominiert war, darunter "Best Female" und "Best Hit" ebenfalls mit "Nightmare". Am 03. Juni 2022 erschien die neue Single... weiterlesen

Ronis Goliath ist noch gar nicht so lange auf der Bildfläche und schlägt trotzdem schon mit Tracks wie "Coo7", "Tell Me One Lie" oder "Stay" große Wellen. Quasi grenzenlos und befreit von jeglichem Druck sich musikalisch festzulegen, pendelt er sich durch eine breite Palette an unterschiedlichen Genres und erobert damit die Herzen seiner Zuhörer. Nach seiner im April... weiterlesen

Die Ferien stehen vor der Tür und manche Kinder haben große Erwartungen. Doch nicht immer passen die Wünsche mit den Plänen der Eltern zusammen. Selbst wenn die Familie nicht verreist, kommt es doch immer darauf an, das Beste aus der freien Zeit zu machen! Vielleicht werden gerade die Ferien, die nicht komplett durchgeplant sind zum tollsten Abenteuer, man lernt neue... weiterlesen