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Die erste schwule Romanze im Herzkino: Queere Liebe beim "Baumgeflüster" heute (29.03.2026) im ZDF

Sonntag, 29.03.2026 13:24 Uhr | Tags: ZDF, Herzkino, Robert Stadlober, Wigald Boning

Ein außergewöhnliches Kapitel der Herzkino-Reihe wird heute (29.03.2026) um 20:15 Uhr im ZDF aufgeschlagen, wenn mit "Baumgeflüster" erstmals eine schwule Liebesgeschichte das romantische Sonntagsprogramm anführt. Der Film bricht bewusst mit alten Sehgewohnheiten und integriert Vielfalt als vollkommen selbstverständlichen Bestandteil in die Welt der großen Gefühle. Im Mittelpunkt steht Yascha Krüger (Linus Schütz), ein studierter Forstwirt, der eigentlich lieber im Ministerium Akten wälzt, als im tiefen Tann zu stehen. Doch das Schicksal schickt ihn als Vertretung in den Freisinger Wald, wo er nicht nur gegen sein chronisches Dating-Pech ankämpfen muss, sondern auch einen heiklen Auftrag seiner Chefin Anke Hofmann (Henriette Richter-Röhl) im Gepäck hat. Er soll den Erben eines wertvollen Privatwaldstücks zum Verkauf bewegen, damit dort ein Nationalpark entstehen kann. Dass ausgerechnet der attraktive Fotograf Mats Stein (Aaron Friesz) dieser Erbe ist, bringt Yaschas streng geordnete Welt gehörig ins Wanken.

Zwischen Dackeldrama und Dienstvorschrift

Die Begegnung der beiden Männer beginnt denkbar turbulent, als Mats im Unterholz nach seinem entlaufenen Dackel Gustl sucht und Yascha sofort den Kopf verdreht. Die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern wird dabei wunderbar leicht und humorvoll ausgespielt, etwa wenn Mats einen allzu fachlichen Forst-Vortrag seines neuen Schwarms kurzerhand als "total unromantisch" unterbricht. Yascha verstrickt sich jedoch schnell in ein gefährliches Netz aus Notlügen, da er seine beruflichen Absichten vor Mats verheimlicht, um die zarten Bande der aufkeimenden Liebe nicht zu gefährden. Der Wald dient dabei nicht nur als bloße Kulisse, sondern wird durch gezielte Naturbilder, glitzernde Seeszenen und das Spiel mit dem Sonnenlicht zu einem romantischen Resonanzraum, der die Annäherung der beiden Männer atmosphärisch untermalt.

Ein Ensemble voller Herz und Humor

Zusätzliche Würze erhält die Geschichte durch Yaschas buntes privates Umfeld, das den Film stärker als andere Herzkino-Produktionen zu einem echten Ensemble-Stück macht. Seine besten Freunde Holger (Robert Stadlober) und Mirko (Jochen Schropp) sorgen mit ihren eigenen emotionalen Verwicklungen für reichlich komödiantische Momente, während Yaschas Mutter Pari (Inka Friedrich) ebenfalls unangemeldet im Forsthaus auftaucht. In einer charmanten Nebenrolle als Ernst Lang sorgt zudem Wigald Boning für jenen skurrilen Humor, der den Film davor bewahrt, in allzu schwulstige Gefilde abzudriften. Die Mischung aus Missverständnissen, Speed-Dating-Pleiten und der Ernsthaftigkeit einer echten Lebensentscheidung verleiht der Erzählung eine erfrischende Dynamik, die über die üblichen Pfade des Genres hinausgeht.

Romantik ohne Betroffenheits-Unterton

Dem Herzkino-Film "Baumgeflüster" gelingt das Kunststück, eine queere Romanze ohne den oft üblichen schweren Betroffenheitston zu erzählen und sie stattdessen als warmherziges Märchen in den Fokus zu rücken. Auch wenn der Plot in seinen gewohnten Bahnen bleibt, tragen die stimmige Figurenchemie und die traumhafte Kulisse den Film mühelos durch den Abend. Wer Lust auf eine moderne, herrlich unkomplizierte Liebeserklärung an das Leben und den Wald hat, sollte sich diesen wegweisenden Moment im ZDF nicht entgehen lassen. Es bleibt abzuwarten, ob die Zuschauer diesen Schritt hin zu mehr Diversität im Hauptabendprogramm ebenso positiv aufnehmen wie die Kritik, die den Film bereits als wichtigen Meilenstein für das Format feiert.

Der Herzkino-Film "Baumgeflüster" ist auch über die ZDF Mediathek abrufbar.


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