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Ein Gesicht, das Brandenburg ein Herz gab - Nachruf auf Schauspieler Horst Krause

Montag, 08.09.2025 11:56 Uhr | Tags: RBB, Horst Krause, Polizeiruf 110

Manche Schauspieler sind nicht nur Darsteller, sie werden zu einem Stück Heimat. Ein solches Gesicht war Horst Krause, dessen Tod im Alter von 83 Jahren am Montagmorgen bekannt wurde und eine grosse Lücke hinterlässt. Für unzählige Zuschauer war er der gemütliche, manchmal grantige, aber immer grundehrliche Hauptwachtmeister Krause, eine Figur, die er so menschlich und authentisch verkörperte, dass die Grenzen zwischen Kunst und Realität beinahe verschwammen. Der rbb hat mit tiefer Betroffenheit auf den Verlust reagiert und ändert sein Programm, um dem grossen Künstler gebührend zu gedenken.

Ein Polizist mit Seele: Polizeihauptmeister Horst Krause im "Polizeiruf 110"

Horst Krause hat seine berühmteste Rolle im "Polizeiruf 110" aus Brandenburg über viele Jahre geprägt. Von 1998 bis 2015 stand er in 25 Episoden seinen vier verschiedenen Chefinnen treu zur Seite, gab Rat und sorgte mit seinem ruhigen Gemüt für Bodenhaftung in den teils komplexen Kriminalfällen. Doch Krause war weit mehr als nur ein Beistand. Seine Figur wurde zum Symbol für Brandenburg: für die geradlinige, bescheidene Art, die unaufgeregte Herzlichkeit und den klaren Blick auf die Dinge. Diese Authentizität, die auch rbb-Intendantin Ulrike Demmer würdigt, war das Markenzeichen des Schauspielers und machte ihn so überaus populär.

Der Charme von Schönhorst: Horst Krause und seine "Krause"-Filme

Abseits der Krimis schenkte uns Horst Krause zusammen mit Regisseur Bernd Böhlich eine weitere, wunderbare Welt: die der "Krause"-Filme. Ab 2007 schufen sie mit Filmen wie "Krauses Fest" und dem 2022 veröffentlichten "Krauses Weihnacht" eine Reihe, die das Publikum in Scharen anzog. Hier, im fiktiven Dorf Schönhorst, lebte Krause mit seinen Schwestern Elsa und Meta und seiner Wahlfamilie. Die Filme spiegelten das wider, was Krause selbst als "sehr basisnah" beschrieb. Sie griffen gesellschaftskritische Themen auf, verpackten sie aber in humorvolle, warmherzige Geschichten, die sich echt anfühlten und die Menschen zutiefst berührten. Es war diese unprätentiöse Ehrlichkeit, die seine Arbeit so besonders machte.

Ein Leben für die Kunst

Seine Karriere begann Horst Krause im Theater, nachdem er in jungen Jahren zunächst den Beruf des Drehers erlernt hatte. Über Stationen wie das Staatsschauspiel Dresden, an dem er ein Jahrzehnt lang Ensemblemitglied war, fand er schließlich den Weg auf die große Leinwand und ins Fernsehen. Einem gesamtdeutschen Publikum wurde er 1993 durch Detlev Bucks Kultfilm "Wir können auch anders..." bekannt, für den er und sein Schauspielkollege Joachim Król mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurden. In der Rolle des Most zeigte er bereits damals seine Fähigkeit, Charaktere mit Tiefe und leisem Humor zu füllen.

Programmänderung im rbb: Abschied von einem großen Menschen

Das rbb Fernsehen ändert sein Programm, um der Trauer Ausdruck zu verleihen und Krause zu ehren. Schon heute Abend (08.09.2025) um 21:00 Uhr wird der Nachruf "Abschied von Horst Krause" gezeigt, gefolgt von zwei "Polizeiruf 110"-Episoden. Am Freitag (12.09.2025) wird eine lange "Krause"-Nacht folgen - eine letzte Gelegenheit, diesen wunderbaren Schauspieler auf der Leinwand zu erleben. Eine Vielzahl von Filmen mit Horst Krause ist auch über die ARD Mediathek abrufbar.

Nachruf unserer Redaktion

Persönlich werden wird Horst Krause immer als eine Art Anker in der deutschen Fernsehlandschaft in Erinnerung behalten. Er stand für eine Welt, in der die Dinge noch einen klaren Wert hatten, in der Menschlichkeit und ein gutes Wort mehr zählten als alles andere. Seine Rollen strahlten eine beruhigende Ehrlichkeit aus, die in unserer schnelllebigen Zeit selten geworden ist. Er hat uns nicht nur unterhalten, sondern uns auch daran erinnert, dass es die einfachen Dinge sind, die das Leben reich machen. Möge er in Frieden ruhen.


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