Feuriges Erbe im Apfelland: Steirerkrimi "Steirerwahn" heute (12.02.2026) in der ARD

© ARD Degeto Film/ORF/Allegro Film/Stefan Robitsch
Als DonnerstagsKrimi läuft in der ARD heute (12.02.2026) um 20:15 Uhr mit "Steirerwahn" ein neuer Fall der beliebten Landkrimi-Reihe, der das Ermittlerduo tief in die ländlichen Abgründe der Steiermark führt. Ein brutaler Feuerteufel scheint es gezielt auf eine Gruppe von Edelbrandherstellern abgesehen zu haben und versetzt die Region in Angst und Schrecken. Sascha Bergmann (Hary Prinz) und Anni Sulmtaler (Anna Unterberger) stehen vor einem komplexen Rätsel, bei dem moderne Technik in Form von Drohnen auf uralte Traditionen und verschworene Männerbünde trifft. Inmitten dieser Anschlagsserie glänzt "Tatort"-Star Harald Krassnitzer in der Rolle eines undurchsichtigen Wortführers, der verzweifelt versucht, die Ränge seiner Gemeinschaft geschlossen zu halten, während das Misstrauen wächst. Chefinspektor Bergmann muss bei diesen Ermittlungen nicht nur die Wahrheit aus einem Geflecht von Lügen herausdestillieren, sondern sich auch mit den psychologischen Exkursen seiner Kollegin Anni auseinandersetzen, die den Fall mit frisch erworbenem Fachwissen aus einer ganz eigenen Perspektive betrachtet. Der Steirerkrimi "Steirerwahn" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar.
Ein brennendes Mahnmal auf dem Acker
Grausam beginnt das Verbrechen mit dem Tod des Bauern Josef "Sepp" Huber (Tom Hanslmaier). Als Opfer eines heimtückischen Brandanschlages läuft er als lebende Fackel über ein Feld und bricht schließlich vor den Augen eines entsetzten Sportlers zusammen. Sascha Bergmann vom LKA Graz und seine Kollegin Anni Sulmtaler übernehmen den Fall und stoßen schnell auf eine exklusive Gruppierung: Huber war Brennmeister im Bund der zehn Apfelbrenner Puchweizing. Diese Gemeinschaft produziert nach einem geheimen, mittelalterlichen Rezept einen extrem teuren Edelbrand. Die Ermittler graben in der Vergangenheit und finden eine Spur zu einem Fall von Brandstiftung aus dem Vorjahr, bei dem der junge Dominik Bilic (Valentin Hagg) von Schütz und Huber auf frischer Tat ertappt wurde. Obwohl der Junge mittlerweile in Therapie ist, rückt er sofort ins Visier der Polizei, zumal seine Mutter Romana (Barbara Horvath) eine Tankstelle im Nachbarort betreibt.
Der Tod kommt lautlos von oben
Die Hoffnung auf einen Einzeltäter zerschlägt sich jedoch schnell, als ein weiterer Anschlag verübt wird. Diesmal nutzt der Mörder eine Drohne, um einen Hochstand anzugreifen, in dem sich zwei weitere Mitglieder der Apfelbrenner befinden. Während Franz Heindl (Edi Jäger) mit schwersten Verbrennungen überlebt, findet Robert Käfer (Werner Wultsch) in den Flammen den Tod. Da bei beiden Taten derselbe Brandbeschleuniger verwendet wurde, ist klar, dass es sich um eine gezielte Serie handelt. Das Misstrauen innerhalb des Apfelbundes wächst, als herauskommt, dass ausgerechnet Gerhard Schütz (Simon Hatzl) und Reinhard Posch (Harald Krassnitzer) die Fluggeräte des Bundes bedienen können. Auch Petra Kern (Jaschka Lämmert), die Schwester des vor einem Jahr unter mysteriösen Umständen verstorbenen Brenners Johannes Laubner, besitzt eine Drohne und glaubt nicht an den offiziell festgestellten Unfalltod ihres Bruders.
Giftiger Vorlauf und alte Sünden
Hinter der Fassade der erfolgreichen Edelbrand-Produzenten brodeln massive Konflikte um Geld und Moral. Johannes Laubner wollte die Produktion auf Bioäpfel umstellen und hatte dafür sogar einen koreanischen Investor an Bord geholt - ein Plan, der den restlichen Mitgliedern sauer aufstieß. Die polizeilichen Nachforschungen ergeben schließlich, dass Laubner keineswegs durch einen Unfall starb, sondern an einer Methanolvergiftung durch manipuliertes Bier zugrunde ging. Bergmann rekonstruiert akribisch die Ereignisse und stellt fest, dass Franz Heindl damals eine Flasche vergiftetes Bier in den Umlauf brachte, die Laubner letztlich von Reinhard Posch erhalten hatte. Die Motive reichen weit zurück: Huber, Posch und Heindl waren vor zwei Jahrzehnten in Ungarn in illegale Alkoholpanschereien verwickelt, bei denen Menschen starben. Laubner wusste von dieser dunklen Vergangenheit und nutzte dieses Wissen als Druckmittel bei den Verhandlungen über seinen Ausstieg.
Das bittere Finale in der Scheune
Die Situation eskaliert völlig, als Reinhard Posch schließlich wegen des Mordes an Johannes Laubner verhaftet wird. Doch die Serie der Drohnenangriffe findet damit noch kein Ende. Bei einer feierlichen Präsentation der Apfelbrenner taucht erneut ein Flugobjekt auf, das dieses Mal von Laubners Sohn Lukas (Liam Noori) gesteuert wird. In einem verzweifelten Akt der Rache und Trauer verschanzt sich der Junge in einer Scheune und droht, sich selbst mit Brandbeschleuniger anzuzünden. Nur dem feinfühligen Eingreifen von Anni Sulmtaler ist es zu verdanken, dass die Tragödie nicht in einer weiteren Katastrophe endet und der Junge festgenommen werden kann.
Der Steirerkrimi "Steirerwahn" bietet weit mehr als nur klassische Ermittlungsarbeit vor schöner Kulisse. Er besticht durch das spannungsgeladene Spiel zwischen Tradition und Moderne sowie durch die schauspielerische Präsenz von Harald Krassnitzer, der hier eine wunderbar ambivalente Figur verkörpert. Wer Lust auf eine dichte Handlung hat, die von der ersten Minute an ein hohes Tempo vorlegt und dabei geschickt zwischen menschlichen Abgründen und regionalem Lokalkolorit balanciert, sollte heute Abend unbedingt einschalten. "Steirerwahn" beweist eindrucksvoll, dass das Genre des Regionalkrimis auch ohne plumpe Albernheiten auskommt und stattdessen mit einer packenden, fast schon griechischen Tragödie über Schuld und Sühne überzeugen kann.








