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Maskerade am Abgrund: München-Tatort "Kehraus" mit Batic und Leitmayr heute (10.02.2026) im BR Fernsehen

Dienstag, 10.02.2026 11:44 Uhr | Tags: BR Fernsehen, Krimi, Tatort, Miroslav Nemec, Udo Wachtveitl, Ferdinand Hofer

Im BR Fernsehen wird heute (10.02.2026) um 20:15 Uhr der München-Tatort "Kehraus" wiederholt. Die Handlung spielt während der Münchner Faschingszeit und beginnt mit dem Fund einer männlichen Leiche auf einer Treppe am Isarhochufer. Das zerrissene Hemd des Toten deutet auf einen vorangegangenen Kampf hin. Die Kommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) finden heraus, dass der Mann, der Goldhändler Hans Lichnowsky, kurz zuvor in einer Kneipe Streit mit einem Gast im Indianerkostüm hatte. Eine weitere Spur führt zu Silke Weinzierl (Nina Proll), die als Rotkäppchen verkleidet am Tatort war und den Antiquitätenhändler persönlich kannte.

Soziale Not und ein Koffer voller Bargeld

Silke Weinzierl befindet sich in einer verzweifelten Lebenslage, da ihr aufgrund von Mietschulden die Delogierung aus ihrer Wohnung droht und ihr Ex-Mann das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn Leo (Lennox Völklein) beansprucht. Während die Ermittler im Umfeld des Toten nach dem Motiv suchen, stoßen sie auf Hinweise zu dubiosen Goldgeschäften in Südafrika, die offenbar der Geldwäsche dienten. Ein Millionenbetrag in bar, den Lichnowsky für seine nächste Reise vorbereitet hatte, bleibt in dessen Wohnung unauffindbar. In der Zwischenzeit hat Weinzierl die Brieftasche und die Autoschlüssel des Verstorbenen an sich gebracht und im Wagen des Händlers einen Koffer mit dem Geld entdeckt. Mit dieser Beute flüchtet sie sich kurzzeitig in ein Luxushotel, wo sie von Batic festgenommen wird.

Ein folgenschwerer Unfall und seine Konsequenzen

Die Ermittlungen nehmen eine überraschende Wendung, als die Kriminaltechnik Hunde-DNA am Hemd des Opfers sicherstellt. Es stellt sich heraus, dass der Hund einer Zeugin den alten Mann angesprungen und die Treppe hinuntergestoßen hat, was zum Tod durch einen Sturz führte. Trotz dieser Entlastung bezüglich des Mordverdachts gerät Weinzierl in das Visier einer kriminellen Bande, die das verschwundene Geld mit aller Gewalt zurückfordert. Da die Kommissare sie mangels Beweisen für ein schweres Verbrechen laufen lassen müssen, ist sie den Verfolgern schutzlos ausgeliefert. Die Kriminellen schrecken vor Misshandlungen nicht zurück und bedrohen ihren Sohn, um den Standort des Geldes zu erpressen. In einem verzweifelten letzten Schritt lockt Weinzierl die Männer in ihre alte Wohnung und dokumentiert deren Gewalt mit einer versteckten Kamera, wobei sie selbst den Verletzungen erliegt.

Konsequente Erzählweise ohne falsche Heiterkeit

Dieser München-Tatort verzichtet auf die übliche Faschingsfröhlichkeit und konzentriert sich stattdessen auf eine unterkühlte, fast schon tragische Erzählweise. Die Stärke des Films liegt in der Darstellung einer Frau, die durch ihre soziale Ausweglosigkeit zu moralisch fragwürdigen Entscheidungen getrieben wird. Nina Proll verleiht der Figur eine glaubwürdige Härte, während das bewährte Duo Leitmayr und Batic hier eher als Beobachter einer unvermeidbaren Katastrophe fungiert. Dass die Protagonistin den Ermittlern bis zum Ende einen Schritt voraus ist und das Geld heimlich für die Zukunft ihres Sohnes sichert, gibt der Geschichte einen bitteren Beigeschmack. Es ist ein handlungsorientierter Krimi, der durch seine nüchterne Perspektive auf soziale Abgründe überzeugt und ohne unnötige Effekte auskommt.

Der München-Tatort "Kehraus" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar.


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