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Frankfurt-Tatort "Licht" mit Azadi und Kulina taucht in Cold Case ein - heute (30.11.2025) in der ARD

Sonntag, 30.11.2025 15:22 Uhr | Tags: ARD, Krimi, Tatort

Der Schatten des Verschwindens liegt über Frankfurt, als die ARD heute Abend (30.11.2025) um 20:15 Uhr den zweiten Fall ihres neuen Tatort-Ermittlerduos präsentiert. Der Frankfurt-Tatort "Licht" ist die packende Fortsetzung des Auftakts "Dunkelheit" und führt die Kommissare Maryam Azadi (Melika Foroutan) und Hamza Kulina (Edin Hasanovic) in die düsteren Tiefen eines sechs Jahre alten Cold Case. Nach dem atmosphärisch dichten Debüt liefern Melika Foroutan und Edin Hasanovic erneut eine fesselnde Vorstellung. Das Spiel mit Gegensätzen, das schon der Titel des ersten Falles vorgab, wird hier konsequent fortgeführt - ein Kontrast, der nicht nur die Handlung, sondern auch die Bildsprache dieses bemerkenswerten Krimis prägt. Nach der Ausstrahlung wird der Frankfurt-Tatort "Licht" auch über die ARD Mediathek abrufbar sein.

Die Last eines ungelösten Falls

Alles beginnt mit einem Trauma, das sechs Jahre zurückliegt: die dreijährige Viktoria Reiter und ihr Vater Julian sind spurlos verschwunden. Obwohl die Ermittlungen nach einem Jahr ergebnislos eingestellt und der Fall unter Verdacht des erweiterten Suizids zu den Altfällen im Keller des Polizeipräsidiums gelegt wurde, lebt die Mutter, Anna Reiter (Maren Eggert), seitdem in quälender Ungewissheit. Anna Reiter verkörpert diese verzweifelte Mutter, die unermüdlich nach ihrem Kind sucht und niemals an der Suizid-Theorie zweifelte. Als Anna Reiter in ihrer Not einen öffentlichen Aufruf in den sozialen Medien startet und eine Belohnung für jeden noch so kleinen Hinweis in Aussicht stellt, gerät der Fall erneut in Bewegung. Ein obdachloser Mann behauptet, Viktoria sei noch am Leben und vereinbart ein Treffen mit Anna. Doch kurz darauf verschwindet auch Anna - und wird unerwartet zur Hauptverdächtigen in einem Mordfall.

Abstieg in die Dunkelheit

Der Fall fällt zurück in die Hände von Maryam Azadi, die bereits damals bei der Vermisstenstelle ermittelte und den mysteriösen Verlauf nie vergessen konnte. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Hamza Kulina nimmt sie die Ermittlungen in der Cold-Case-Unit, einem speziellen Kellerbüro des Frankfurter Präsidiums, auf. Dieses außergewöhnliche Setting hebt die Serie visuell von anderen Tatorten ab. Hinzu kommt ein brisanter Handlungsstrang um eine skurrile Sekte, die eine zentrale Rolle im Vermisstenfall spielt und dem Krimi eine religiöse und psychologische Tiefe verleiht. Inmitten all dieser Dunkelheit steht Maryam Azadi, deren Name im Farsi "Freiheit" bedeutet - eine passende Symbolik für eine Ermittlerin, die als empathische Kämpferin für die Opfer auftritt. Auch die persönlichen Migrations- und Fluchterfahrungen beider Hauptdarsteller verleihen der Konstellation eine spürbare Authentizität.

Licht und Schatten im Film

"Wo viel Licht ist, ist starker Schatten" - dieser berühmte Satz aus Goethes "Götz von Berlichingen" diente Kritikern als passendes Leitmotiv für den Film. Die Macher nutzen den Titel "Licht" als explizites visuelles Konzept: Auffälliges Licht- und Schatten-Spiel prägt die Bildgestaltung und unterstreicht die thematischen Gegensätze von Hoffnung und Verzweiflung, Wahrheit und Lüge. Obwohl der Frankfurt-Tatort atmosphärisch stark inszeniert ist und das Ermittlerduo Azadi und Kulina endgültig überzeugend etabliert, erreicht die Erzählung nicht ganz die durchschlagende Wucht des Vorgängers. Die Kritik urteilt, dass die ehrgeizige Mischung aus Sektenplot, Social-Media-Dynamik, Altfällen und familiärem Trauma an einigen Stellen zu überladen wirkt und die emotionale Intensität dadurch leicht verwässert. Dennoch ist "Licht" ein fesselnder und unkonventioneller Krimi, der die Zuschauer bis zur letzten Minute in den Bann zieht.


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