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Heute (19.10.2025) kein Tatort, sondern "Polizeiruf 110: Tu es!": Rostock bleibt kryptisch

Sonntag, 19.10.2025 14:05 Uhr | Tags: ARD, Krimi, Polizeiruf 110, Anneke Kim Sarnau, Lina Beckmann

Tatort-Fans müssen heute (19.10.2025) tapfer sein, denn schon wieder gibt es einen Sonntag ohne einen neuen Tatort. Da sich der Tatort den Sendeplatz mit dem "Polizeiruf 110" teilt, ist halt wieder einmal der "Polizeiruf 110" an der Reihe. Diesmal ermitteln die Rostocker Kommissare Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Melly Böwe (Lina Beckmann) in einem besonders emotionalen Fall, der auch ihre eigene Haltung zu Schuld und Verantwortung herausfordert.

Schatten der digitalen Welt

Der neueste Fall des Rostocker Ermittler-Duos nimmt die Zuschauer mit in die düsteren Abgründe der digitalen Kommunikation. "Polizeiruf 110: Tu es!" ist ein psychologisches Kammerspiel, das die Frage nach der moralischen Verantwortung in Chatgruppen stellt und die Grenzen zwischen Anstiftung und freiem Willen verwischt. Es ist ein Fall, der nicht durch spektakuläre Verfolgungsjagden, sondern durch die beklemmende Schwere seiner Thematik fesselt.

Der mysteriöse Befehl - "Tu es!"

Der Krimi beginnt mit einem Schock: Zwei Menschen sterben auf offener Straße. Ein junger Mann namens Leon Schilling (Karl Seibt) ersticht eine Managerin, Mona Färber, und richtet sich anschließend selbst. Die Kommissarinnen Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Melly Böwe (Lina Beckmann) stehen am Tatort vor einem Rätsel: Es gibt keine ersichtliche Verbindung zwischen Opfer und Täter. Die einzige Spur ist ein digitaler Befehl, eine SMS auf Schillings Handy, die aus nur zwei Worten besteht: "Tu es!".

Die Nachricht führt die Kommissarinnen schnell zu dem 28-jährigen Lehrer Felix Lange (Sebastian Jakob Doppelbauer). Er hatte die Nachricht in der Nacht vor der Tat verschickt, bestreitet jedoch jegliche Kenntnis von Schillings mörderischen Absichten. Doch seine Aussage hat einen beunruhigenden Beigeschmack, denn Lange hatte bereits Kontakt zu einer weiteren jungen Frau, Lara Trensbach (Rebecca Thoß), die sich kurz zuvor in Rostock das Leben nahm. Die Ermittlerinnen erkennen bald, dass sie es hier nicht mit einem konventionellen Mordfall, sondern mit einer perfiden Form der psychologischen Manipulation zu tun haben.

Manipulation als kriminelle Energie

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die psychische Einflussnahme. Ging der Lehrer Lange systematisch vor? Hat er seine Schüler und Kontakte über Chat-Gruppen emotional beeinflusst und sie zu verzweifelten oder gar gewalttätigen Taten angestiftet? Der Fall verlagert sich von der klassischen Spurensuche hin zur tiefen Analyse von Schuld, Gewissen und der Macht des Wortes im digitalen Raum. Melly Böwe, bekannt für ihre empathische, aber auch intuitive Herangehensweise, und die analytische, oft grüblerische Katrin König sehen sich gezwungen, ihre eigenen moralischen Kompasse neu zu justieren. Unterstützt werden sie dabei von ihren Kollegen Anton Pöschel (Andreas Guenther) und Volker Thiesler (Josef Heynert).

Die gesamte Inszenierung des Falls trägt zur bedrückenden Atmosphäre bei. Regie und Kameraarbeit setzen auf Nacht-Aufnahmen, Regen und Kälte. Diese visuelle Düsternis spiegelt die Schwere und die psychologische Last der Geschichte wider. "Polizeiruf 110: Tu es!" ist bewusst kein Action-Krimi, sondern ein düsteres Drama über die Fragilität junger Seelen und die zerstörerische Kraft digitaler Verführung.

Mehr Drama als Thriller

Der Rostocker "Polizeiruf 110" serviert dem Publikum an diesem Sonntag eine Geschichte, die weniger auf den Nervenkitzel als auf die moralische Debatte abzielt. Während die Hauptdarstellerinnen Anneke Kim Sarnau und Lina Beckmann die Schwere des Stoffs gewohnt intensiv tragen, wirkt die Konstruktion des Lehrers als manipulatorischer Strippenzieher mitunter etwas überfrachtet. Der Film verharrt oft im ernsten Dialog und moralischen Grübeln, statt echte Ermittlungsdynamik zu entfalten. Dennoch ist "Tu es!" eine sehenswerte, wenn auch schwere Kost für Zuschauer, die bereit sind, sich auf ein psychologisches Planspiel an der Schnittstelle von digitaler Anstiftung und persönlicher Tragödie einzulassen.


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