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Identitätssuche und Wolfsalarm: "Neuer Wind im Alten Land - Wolf" mit Felicitas Woll heute (19.04.2026) im ZDF-Herzkino

Sonntag, 19.04.2026 13:30 Uhr | Tags: ZDF, Herzkino, Felicitas Woll

Das malerische Idyll an der Elbe gerät heute (19.04.2026) um 20:15 Uhr ordentlich ins Wanken, wenn das ZDF mit dem Film "Wolf" die Fortsetzung seiner Herzkino-Reihe "Neuer Wind im Alten Land" zeigt. Im Mittelpunkt steht erneut die Journalistin Beke Rieper, gespielt von Felicitas Woll, die sich in ihrer Heimat mit einem hochemotionalen Thema konfrontiert sieht. Die Rückkehr einer Wölfin in die norddeutsche Tiefebene sorgt nämlich keineswegs für Begeisterung bei allen Bewohnern, sondern reißt tiefe Gräben durch die Gemeinschaft. Was als Naturereignis beginnt, entwickelt sich rasant zu einem gesellschaftlichen Stresstest, bei dem Tradition auf Moderne und Landwirtschaft auf radikalen Naturschutz prallt.

Wenn die Überzeugung die Familie spaltet

Die Debatte um das Raubtier macht selbst vor der Haustür der Familie Rieper nicht halt und führt zu einem erbitterten Streit zwischen Bekes Eltern. Während ihre Mutter Renate (Hildegard Schroedter) sich zunehmend radikalisiert und sogar illegale Tierschutzaktionen unterstützt, sieht ihr Vater Gerd (Volker Meyer-Dabisch) die nackte Existenz der Obstbauern und Schäfer bedroht. Besonders prekär wird die Lage, als ein Tier einer Herde gerissen wird, die für die Pflege der Deiche unerlässlich ist. Beke versucht verzweifelt, in ihren Artikeln für die Altländer Zeitung eine Brücke zwischen den Lagern zu bauen und beiden Seiten gerecht zu werden - eine Aufgabe, die in einer Atmosphäre aus Angst und ideologischer Verbitterung schier unmöglich erscheint.

Ein tragisches Ende als Moment der Besinnung

Ein plötzlicher und gewaltsamer Wendepunkt verändert die Dynamik des Konflikts grundlegend, als die Wölfin auf einer Straße überfahren wird. Dieser Vorfall lässt die Emotionen im Alten Land erst recht hochkochen, bietet Beke aber auch die Chance für einen mahnenden Leitartikel, mit dem sie den Jorkern ins Gewissen redet. Trotz der Schwere des Themas bleibt Felicitas Woll der emotionale Anker des Films und schafft es, die Zerrissenheit ihrer Figur glaubhaft zu vermitteln. Kritiker merken zwar an, dass einige Charaktere eher als Sprachrohre für bestimmte politische Positionen denn als vielschichtige Menschen fungieren, doch die visuelle Umsetzung der Region und die schauspielerische Leistung des Ensembles tragen über diese erzählerischen Schwächen hinweg.

Turbulenzen im Privatleben der Journalistin

Abseits der Wolfsdebatte hat Beke Rieper an ganz anderen Fronten zu kämpfen, denn ihr Ex-Mann David (Martin Bretschneider) taucht wieder auf und bereut die Scheidung zutiefst. Seine Versuche, Beke zurückzugewinnen, sorgen für Unmut bei Paul (Steve Windolf), der jedoch selbst kaum Zeit für eine Beziehung findet. Seine Tochter Laila benötigt weiterhin seine volle Aufmerksamkeit, was die Annäherung zwischen ihm und Beke erschwert. So balanciert der Film zwischen der harten Realität eines ländlichen Interessenkonflikts und den klassischen Verwicklungen des Herzkinos. Ob die Vernunft im Alten Land am Ende siegt oder ob die verhärteten Fronten bestehen bleiben, zeigt dieser vierte Teil der Reihe, der heute Abend für Gesprächsstoff sorgen dürfte.

Der Herzkino‑Film "Neuer Wind im Alten Land - Der Wolf" ist auch über die ZDF Mediathek abrufbar.


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