Schatten der Psychiatrie: "Marie Brand und die verlorenen Kinder" heute (07.01.2026) im ZDF
Spannung pur verspricht das ZDF am heutigen Abend (07.01.2026) um 20:15 Uhr, wenn ein neuer Fall der beliebten Krimireihe "Marie Brand" auf dem Programm steht. Die Episode "Marie Brand und die verlorenen Kinder" geht weit über die Grenzen eines gewöhnlichen Fernsehkrimis hinaus. Was zunächst wie eine klassische Ermittlung im privaten Umfeld beginnt, entwickelt sich rasant zu einem hochemotionalen Thriller, der die Zuschauer mit den dunklen Kapiteln der Kinderpsychiatrie konfrontiert. Das bewährte Duo, bestehend aus der rationalen Marie Brand (Mariele Millowitsch) und ihrem pragmatischen Partner Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann), muss diesmal weit mehr als nur einen Mord aufklären. Sie stoßen auf ein System aus Machtmissbrauch und unterdrückten Schmerz, das bis in die Gegenwart hineinreicht und die Leben vieler Menschen nachhaltig zerstört hat. "Marie Brand und die verlorenen Kinder" ist auch über die ZDF Mediathek abrufbar.
Ein rätselhafter Tod und die Spur zum Bestsellerautor
Margit Gehringer (Nicole Johannhanwahr), die engagierte Leiterin eines Kinderhorts, wird leblos in ihrer Wohnung entdeckt. Während der Verdacht anfangs auf ihren Ex-Mann Paul Gehringer (Timo Hübsch) fällt, der die Trennung offensichtlich nicht verkraftet hat, führt eine digitale Spur die Ermittler in eine ganz andere Richtung. Marie Brand und Simmel stoßen auf den Namen des prominenten Kinderpsychiaters Dr. Bernd Jakobi (Christian Erdmann). Der Mann ist ein gefeierter Bestsellerautor, dessen sogenannte "Jakobi-Methode" als modernes Erziehungskonzept gilt. Doch hinter der glänzenden Fassade des Mediziners verbergen sich schwere Vorwürfe aus der Vergangenheit. Ehemalige Patienten beschuldigen ihn, Kinder in psychiatrischen Einrichtungen mit hohen Dosen von Medikamenten ruhiggestellt zu haben, um Gehorsam zu erzwingen.
Wenn die Vergangenheit zur tödlichen Falle wird
Im Zentrum dieser Vorwürfe stehen die Schwestern Eileen Overkamp (Meira Durand) und Kirsten Overkamp (Bineta Hansen). Die beiden Frauen versuchen heute, in ihrer gemeinsamen Möbelwerkstatt ein Stück Normalität zu finden - ein Handwerk, das fast wie ein Symbol für den Versuch wirkt, die Trümmer ihrer eigenen Kindheit mühsam zu reparieren. Ihr tiefer Hass auf Jakobi ist auch Jahre nach der Behandlung nicht verflogen, zumal ihre juristischen Bemühungen gegen den Arzt erfolglos blieben. Als der Psychiater plötzlich unter mysteriösen Umständen entführt wird, eskaliert die Situation vollends. Marie Brand muss erkennen, dass der Mord an der Erzieherin nur der Auslöser für eine Kette von Ereignissen war, in der Opfer zu Tätern werden könnten.
Ein Krimi zwischen Thriller-Elementen und moralischen Fragen
Dieser Fall unterscheidet sich deutlich von anderen Episoden der Reihe, da er die gewohnten Ermittlungsschritte mit einer dramatischen Entführungsgeschichte verwebt. Auch wenn die Inszenierung stellenweise etwas mutiger in der Zuspitzung der moralischen Konflikte hätte sein können, bietet der Film eine solide und ernste Auseinandersetzung mit einem Thema, das an reale Psychiatrie-Skandale erinnert. Das Zusammenspiel zwischen Marie Brand und ihrem Chef Dr. Engler (Thomas Heinze) sowie der gewohnt trockene Humor von Simmel lockern die düstere Atmosphäre nur bedingt auf. "Marie Brand und die verlorenen Kinder" bleibt ein Krimi, der vor allem durch seine tragischen Hintergrundgeschichten und das Schicksal der vergessenen Heimkinder lebt und damit am heutigen Fernsehabend für nachdenkliche Spannung sorgt.








