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Free-TV-Premiere "Mein fabelhaftes Verbrechen": Mord als Sprungbrett heute (09.10.2025) im RBB

Donnerstag, 09.10.2025 15:12 Uhr | Tags: Free-TV-Premiere, ARD

Der RBB präsentiert heute (09.10.2025) um 20:15 Uhr ein cineastisches Juwel: "Mein fabelhaftes Verbrechen" feiert seine heiß ersehnte Free-TV-Premiere. Unter der Regie des hochgelobten François Ozon ist diese Krimikomödie ein stilvoller und bissiger Ausflug in das schillernde Paris der 1930er-Jahre. Basierend auf einem Theaterstück aus dem Jahr 1934, gelingt Ozon eine charmante Hommage an die goldenen Zeiten der Screwball-Komödie, die zugleich eine überraschend moderne Note anschlägt.

Ein Notgeständnis und der Aufstieg zum Star

Im Mittelpunkt des turbulenten Geschehens stehen Madeleine Verdier (Nadia Tereszkiewicz), eine talentfreie - aber finanziell klamme - Schauspielerin, und ihre beste Freundin Pauline Mauléon (Rebecca Marder), eine nicht weniger mittellose Anwältin. Beide kämpfen gegen leere Taschen und die beengenden gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Zeit. Das Schicksal schlägt zu, als Madeleine des Mordes an einem aufdringlichen Theaterproduzenten verdächtigt wird. Statt zu verzweifeln, wittern die beiden eine gewagte, geradezu "fabelhafte" Chance. Obwohl unschuldig, gesteht Madeleine die Tat. Ihre Freundin Pauline nutzt den Gerichtssaal als Bühne für ein spektakuläres Plädoyer auf Notwehr und weibliche Selbstverteidigung.

Der Plan ist genial und geht vollends auf: Madeleine wird freigesprochen und steigt über Nacht zur gefeierten Persönlichkeit auf, ein Symbol für weibliche Selbstermächtigung und mediale Sensation. Das Verbrechen wird zur Karriere-Katapult.

Alte Diva, neue Wahrheit und subtile Kritik

Doch der Ruhm hat seinen Preis und die Wahrheit lässt sich nicht ewig unterdrücken - oder doch? Die alternde Stummfilm-Ikone Odette Chaumette (Isabelle Huppert) tritt plötzlich auf den Plan und behauptet, das Verbrechen selbst begangen zu haben. Entrüstet fordert sie von Madeleine, ihr das "gestohlene" Verbrechen und damit den öffentlichen Ruhm zurückzugeben.

Ozon inszeniert diese absurde Farce mit einem leichten - aber pointierten - Augenzwinkern. Er spielt virtuos mit den Ästhetiken: Die Rückblenden sind bewusst in überbelichtetem Schwarz-Weiß auf 16-mm-Film gedreht, um die Stummfilmzeit zu zitieren, während die Hauptgeschichte in lebhaften, fast Pop-Art-artigen Farben erstrahlt. Hinter der heiteren Fassade und dem Verwirrspiel um Lüge und öffentliche Wahrnehmung verbirgt sich eine subtile Gesellschaftskritik. Der Film thematisiert auf spielerische Weise die Macht der Medien, patriarchale Strukturen und die Fähigkeit von Frauen, ihre eigenen Geschichten zu inszenieren.

Mit einem erstklassigen Ensemble, zu dem auch Stars wie Dany Boon, Fabrice Luchini und André Dussollier gehören, liefert Ozon eine geistreiche Mischung aus Kriminalfilm, Komödie und einer unerwartet feministischen Erzählung. "Mein fabelhaftes Verbrechen" ist somit nicht nur beste Unterhaltung, sondern auch ein fröhlicher Appell an die Selbstbestimmung - und ein Beweis dafür, dass man manchmal das eigene Schicksal in die Hand nehmen muss, selbst wenn es bedeutet, ein Verbrechen zu gestehen, das man gar nicht begangen hat.


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