Tradition, Takt und Triumph: Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker 2026 - ab 11:15 Uhr live im ZDF

© ZDF/Julia Wesely
Prachtvolle Blütenmeere und die unvergleichliche Akustik des Goldenen Saals im Wiener Musikverein bilden auch am 1. Januar 2026 wieder die Kulisse für das bedeutendste Klassikereignis des Planeten. Wenn das ZDF ab 11:15 Uhr live zum Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker schaltet, schauen rund 50 Millionen Menschen weltweit zu, wie österreichische Tradition auf höchste musikalische Perfektion trifft. Es ist ein Moment der kollektiven Einkehr und der kultivierten Lebensfreude, der weit über die Grenzen des Alpenlandes hinaus als Botschaft für Hoffnung und Frieden verstanden wird. Wer eines der begehrten Tickets für die 2000 Plätze im Saal ergattern wollte, musste bereits Monate im Voraus auf sein Losglück vertrauen, denn das "Allerheiligste" der Philharmoniker ist Jahr für Jahr hoffnungslos überrannt.
Ein historisches Debüt am Pult der Weltklasse
In diesem Jahr steht ein ganz besonderer Mann im Rampenlicht, denn der frankokanadische Dirigent Yannick Nézet-Séguin gibt sein lang erwartetes Debüt bei diesem prestigeträchtigen Konzert. Mit seiner klaren Vision, Musik als Quell für Glück und Trost zu nutzen, bringt er eine frische, hochemotionale Energie in den Goldenen Saal, die perfekt zum Geist des Neujahrsmorgens passt. Nézet-Séguin sieht sich und seine Mitstreiter als Botschafter der Freude, was sich auch in der sorgfältig kuratierten Programmauswahl widerspiegelt. Neben den obligatorischen Meisterwerken der Strauss-Dynastie wagt das Orchester unter seiner Leitung den Blick über den Tellerrand und präsentiert stolze sechs Premieren. Dass dabei auch Werke von Komponistinnen wie Josephine Weinlich und Florence Price ihren Weg in das traditionelle Repertoire gefunden haben, verleiht dem Konzert eine spannende, zeitgemäße Note, ohne die geliebte österreichische Gelassenheit zu vernachlässigen.
Walzerseligkeit und der Donnerhall der Tradition
Natürlich darf bei aller Lust am Neuen das Fundament nicht fehlen, das dieses Konzert zum Kult gemacht hat: die mitreißenden Polkas und schwelgerischen Walzer, die wie keine andere Musik das Wiener Lebensgefühl einfangen. Das Wiener Staatsballett sorgt im begleitenden Pausenfilm für optische Glanzpunkte und entführt die Zuschauer in eine Welt voller Eleganz und tänzerischer Leichtigkeit. Wenn schließlich die ersten Takte der inoffiziellen Nationalhymne Österreichs, "An der schönen blauen Donau" von Johann Strauss, erklingen, hält die Welt für einen Moment den Atem an. Es ist der Augenblick des traditionellen Prosit-Neujahr-Grußes, mit dem sich die Musiker direkt an ihr Publikum wenden, bevor der obligatorische "Radetzky-Marsch" unter dem rhythmischen Mitklatschen des Saals den fulminanten Schlusspunkt setzt.
Ein musikalischer Gruß an die Menschheit
Dieses Konzert ist weit mehr als nur eine Aneinanderreihung bekannter Melodien; es ist ein Ritual, das den Übergang in ein neues Jahr mit Würde und Esprit rahmt. Die Wiener Philharmoniker beweisen einmal mehr, warum sie als musikalische Weltbürger gelten, die mit ihrer Kunst Brücken zwischen den Kulturen bauen. Während Yannick Nézet-Séguin den Taktstock führt, überträgt sich die Magie des Augenblicks vom Dirigentenpult über die Musiker bis in die entlegensten Winkel der Erde. Es ist dieser Mix aus Wiener Schmäh, disziplinierter Brillanz und der tiefen Überzeugung, dass Musik die Kraft hat, die Menschen zu einen, der den 1. Januar 2026 zu einem unvergesslichen Erlebnis macht. Ein schöneres und klangvolleres Willkommen kann man einem neuen Jahr kaum bereiten.








