Zwischen Theaterstaub und Familienchaos: Warum die Komödie "Damen" heute Abend (18.02.2026) das ARD-Highlight ist

© BR/Kineo Film GmbH/Lars Nitsch
Ein bunter Wirbelwind aus Lebensfreude und echtem Alltagsstress fegt heute Abend (18.02.2026) um 20:15 Uhr durch die ARD, wenn die Komödie "Damen" ihre Premiere feiert. Im Zentrum dieser erfrischend unkonventionellen Geschichte steht Maya (Salka Weber), eine Frau Mitte 30, die im teuren München versucht, ihre Träume und die harte Realität unter einen Hut zu bringen. Der Film verzichtet auf die üblichen Romantik-Klischees und wirft stattdessen einen humorvollen, aber ehrlichen Blick auf das Leben zwischen prekären Jobs und familiären Verpflichtungen. Es ist ein Werk über den Zusammenhalt, das zeigt, wie aus vermeintlichen Schwächen durch die richtige Gemeinschaft eine ungeahnte Stärke erwachsen kann.
Das Jonglieren mit der Realität
Maya führt ein Leben auf der Überholspur, allerdings ohne den passenden Sportwagen dazu. Sie pendelt ständig zwischen ihrem Dasein als mobile Nagelpflegerin und ihrem Job als freie Maskenbildnerin am Theater hin und her, immer auf der Suche nach der perfekten Balance. In ihrer Wohngemeinschaft findet sie Rückhalt bei der temperamentvollen Sema (Safak Sengül), die als Optikerin arbeitet und nebenbei als Influencerin die digitale Welt erobert. Doch die Leichtigkeit der Gegenwart wird jäh getrübt, als die Probleme ihrer Mutter die junge Frau einholen. Diese leidet unter einem massiven Messie-Problem, bei dem Vater Gregor (Thomas Limpinsel) leider keine nennenswerte Unterstützung bietet. Als sich die Protagonistin dann auch noch in den charmanten, aber flatterhaften Tänzer Philip (Patrick Isermeyer) verliebt, scheint das Chaos perfekt zu sein.
Ein Mosaik der Lebensweisheiten
Zum Glück ist die Hauptfigur in ihrem Alltag nicht auf sich allein gestellt, sondern von einer Gruppe bemerkenswerter Frauen umgeben, die den Titel des Films mit Stolz tragen. Diese "Damen" - darunter Bian (Miriam Hie) und Thao (Mai-Phuong Kollath) - bringen nicht nur ihre perfekt gepflegten Fingernägel, sondern vor allem eine geballte Ladung Lebenserfahrung mit. In den Gesprächen zwischen Nagellack und Theatermasken verschmelzen die Schicksale von Einwanderern aus der Türkei oder Angola mit den Biografien vietnamesischer Boatpeople und den Spuren afroamerikanischer GIs. Diese wundersame Verwebung der Geschichte im Hier und Heute zeigt deutlich, dass Vorurteile und Ausgrenzung zwar existieren, aber durch Witz und Solidarität überwunden werden können. Zusammen mit Kim (Viet Pham) und Doro (Anja Herden) bilden diese Charaktere ein stabiles Fundament, das den nötigen Rückenwind gibt, um trotz aller Widrigkeiten abzuheben.
Ein Plädoyer für den Blick über den Tellerrand
Wer heute Abend die ARD einschaltet, erlebt keinen flachen Schenkelklopfer, sondern eine kluge Komödie, die den Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit meistert. Der Film traut sich, schmerzhafte Themen wie das Messie-Syndrom oder die prekäre Lage von Freiberuflern in einer humorvollen Hülle zu verpacken, ohne sie ins Lächerliche zu ziehen. Es ist die unaufgeregte Art, mit der hier diverse Lebensentwürfe und Herkunftsgeschichten zusammengeführt werden, die diese Produktion so sehenswert macht. Die Botschaft ist klar: Nur wer die eigene Geschichte und die der Menschen um sich herum annimmt, findet die Kraft für die Zukunft. Für alle, die genug von sterilen Krimis haben und stattdessen echtes Leben mit Herz und Verstand sehen wollen, ist dieser Film eine absolute Empfehlung.
Die Tragikomödie "Damen" ist auch über die ARD Mediathek abrufbar.








