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Das preisgekrönte Drama "Das Lehrerzimmer" heute (18.02.2026) als Free-TV-Premiere auf ARTE

Mittwoch, 18.02.2026 14:30 Uhr | Tags: ARTE, Drama, Eva Löbau
Die Free-TV-Premiere "Das Lehrerzimmer" läuft heute (18.02.2026) um 20:15 Uhr im Rahmen der Berichterstattung rund um die 76. Berlinale auf ARTE.
Die Free-TV-Premiere "Das Lehrerzimmer" läuft heute (18.02.2026) um 20:15 Uhr im Rahmen der Berichterstattung rund um die 76. Berlinale auf ARTE.
© Judith Kaufmann/Alamode Film

Ein beklemmendes Gefühl der Enge macht sich breit, wenn ARTE heute Abend (18.02.2026) um 20:15 Uhr einen der meistdiskutierten deutschen Filme der letzten Jahre ALS Free-TV-Premiere zeigt. In "Das Lehrerzimmer" entfaltet Regisseur Ilker Catak ein hochemotionales Szenario, das den Mikrokosmos Schule als gnadenlosen Spiegel unserer Gesellschaft nutzt. Was als kleine Diebstahlserie an einem Gymnasium beginnt, weitet sich unter dem Brennglas der moralischen Rechtschaffenheit zu einem unkontrollierbaren Flächenbrand aus. Das Werk, das bei der Berlinale 2023 gefeiert wurde und gleich fünf Deutsche Filmpreise abräumte, zeigt eindringlich, wie gut gemeinte Ideale an sturen Strukturen und menschlichen Abgründen zerschellen können.

Eine Lehrerin zwischen den Fronten

Carla Nowak (Leonie Benesch) tritt ihre erste Stelle als Sport- und Mathematiklehrerin mit dem festen Vorsatz an, alles richtig zu machen. Die junge Pädagogin wird mit einer Mischung aus Verletzlichkeit und unnachgiebigem Gerechtigkeitssinn verkörpert, die den Zuschauer sofort in den Bann zieht. Während ihre Kollegen im Kollegium auf fragwürdige Methoden wie Taschenkontrollen setzen, um eine Reihe von Diebstählen aufzuklären, versucht die neue Kraft, das Vertrauen ihrer siebten Klasse zu schützen. Doch die Stimmung kippt, als ein Schüler zu Unrecht verdächtigt wird. In einem verzweifelten Versuch, die Wahrheit ans Licht zu bringen, greift sie zu einem Mittel, das ihr schließlich selbst zum Verhängnis wird: Sie lässt heimlich ihren Laptop im Lehrerzimmer mitlaufen.

Die Eskalation der Wahrheit

Der Erfolg ihrer privaten Ermittlung entpuppt sich als vergiftetes Geschenk, denn die Aufnahmen belasten ausgerechnet die Sekretärin Friederike Kuhn (Eva Löbau). Diese Figur wird mit einer beunruhigenden Intensität gezeichnet, die zwischen Empörung und Trotz schwankt. Da die Verdächtige jedoch die Mutter von Carlas Lieblingsschüler Oskar (Leonard Stettnisch) ist, bricht das mühsam aufrechterhaltene soziale Gefüge der Schule augenblicklich in sich zusammen. Der Junge gerät in einen extremen Loyalitätskonflikt, während die Lehrerschaft um Thomas Liebenwerda (Michael Klammer) und Milosz Dudek (Rafael Stachowiak) sich zunehmend gegen die junge Kollegin wendet. Was folgt, ist kein klassisches Krimi-Rätsel, sondern ein psychologischer Kriegszug, bei dem Datenschutz, Mobbing und die Ohnmacht der Verwaltung aufeinanderprallen.

Ein System am Rande des Nervenzusammenbruchs

Hinter den verschlossenen Türen der Schule offenbart sich eine Eigendynamik, die den Atem stocken lässt. Vanessa König (Sarah Bauerett), Lore Semnik (Kathrin Wehlisch) und Dr. Bettina Böhm (Anne-Kathrin Gummich) ergänzen das Ensemble als Kollegen und Schulleitung, die in ihrem Bestreben nach Ordnung jedes Gespür für Menschlichkeit verlieren. Die Hauptfigur findet sich plötzlich am Pranger wieder, isoliert durch ihre eigenen Videoaufnahmen und konfrontiert mit einer Elternschaft, die nach Sündenböcken sucht. Der Film stellt dabei unbequeme Fragen nach unserer Debattenkultur und dem Preis der Wahrheit. Je mehr die Protagonistin versucht, die Wogen zu glätten, desto heftiger schlagen ihr Misstrauen und Aggression entgegen, bis die Situation im Klassenzimmer endgültig außer Kontrolle gerät.

Warum man das Drama "Das Lehrerzimmer" sehen muss

Es gibt nur wenige Produktionen, die den Puls des Zuschauers so konstant hochhalten wie dieses kammerspielartige Drama. "Das Lehrerzimmer" verzichtet komplett auf schwülstige Musik oder künstliche Effekte und verlässt sich ganz auf die klaustrophobische Atmosphäre des Schulgebäudes und das brillante Schauspiel. Ilker Catak ist ein Meisterwerk gelungen, das den Zuschauer mit der Frage zurücklässt, wie man selbst in einer Welt voller Vorurteile und Schnellschüsse reagiert hätte. Die Intensität, mit der hier der Kampf gegen Windmühlen geführt wird, ist schlichtweg phänomenal und macht den Film zu einem absoluten Pflichttermin. Wer intelligentes Kino schätzt, das lange nachwirkt und zum Diskutieren anregt, sollte sich diese Premiere unter keinen Umständen entgehen lassen.


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