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Die große Samstags-Dokumentation "Asternweg - Ein Jahr danach" am 02.04.2016 bei VOX

Samstag, 02.04.2016 12:54 Uhr | Tags: Dokumentation, VOX

Im April des letzten Jahres widmete sich die mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Dokumentation "Asternweg - Eine Straße ohne Ausweg" dem schwierigen Alltag der Bewohner des ehemaligen "Kalkofens" in Kaiserlautern. Auch nach der Ausstrahlung hat VOX die Menschen dort weiter begleitet und zeigt nun Fortsetzung "Asternweg - Ein Jahr danach".

Diese und weitere Asternweg-Bewohner treffen die Zuschauer wieder

Stephanie Kallenbach (27) und Helmut Stay (38): Vor einem Jahr konnten die Zuschauer verfolgen, wie "Steffi" mit ihren fünf Kindern in eine angemessene Wohnung zog, zu der ihr die "Gute Seele" des Asternwegs, Wirtin Ilse Menke (52), verhalf. Denn aufgrund der zuvor schwierigen Wohnverhältnisse war das Jugendamt alarmiert und drohte, ihr die Kinder zu entziehen. Seitdem hat "Steffi" sich bemüht, allen Forderungen der Behörde nachzukommen. Drei ihrer Kinder gehen endlich in den Kindergarten. Doch jetzt kündigt sich erneut Nachwuchs an. Die 27-jährige erwartet ihr sechstes Kind und die schwierige Beziehung zu Helmut belastet sie: "Er kommt selten und guckt nur ganz kurz. Türe auf, wieder raus und zu – schwierig." Neben den gemeinsamen Problemen hat Helmut unerwartet auch ein eigenes: Er gerät in Ilses Kneipe in eine handfeste Auseinandersetzung und wird dabei übel zugerichtet. Wird er sich von seinen Verletzungen erholen können?

Wolfgang Dandler (56): Wolfgang ist 56 Jahre alt und wurde schon im "Kalkofen" geboren. Durch die Ausstrahlung vor einem Jahr wissen die Zuschauer bereits, dass der einsame Alkoholiker rund zwölf Jahre seines Lebens hinter Gittern verbracht hat. Was sie nicht wissen: Die Aufmerksamkeit, die er durch die Dokumentation bekam, hatte für ihn private Konsequenzen: "Auf einmal geht die Beifahrertür auf, da steht eine hübsche Frau vor mir. Dann hat die Frau gemeint, Papa ich will dich kennenlernen. Ich habe geweint", beschreibt er das emotionale Zusammentreffen mit seiner Tochter, die er seit 25 Jahren nicht gesehen hat. Doch ihre erste Begegnung dauert nur 20 Minuten, weil Wolfgang zu betrunken ist. Tochter Sarah will ihrem Vater helfen, aus dem "Kalkofen" wegzuziehen und trocken zu werden. Wird er ihre Hilfe tatsächlich annehmen?

John "Joe" Jürgen Guth (49): Auch "Joe" wurde schon im Kalkofen geboren und kennt das Viertel mit seinen Menschen wie seine Westentasche. Er ist einer von Ilses Stammgästen und, wie bereits aus der ersten "Asternweg"-Ausstrahlung ersichtlich, dort selten nüchtern anzutreffen. Wie Wolfgang hat auch er schon mehrere Jahre wegen verschiedener Delikte, unter anderem Drogenhandel, eingesessen. Während der erneuten Dreharbeiten befindet er sich auf Bewährung. Joe hat viele Freunde im Kalkofen und seit der Ausstrahlung auch darüber hinaus. "Da ist einer extra aus Koblenz gekommen und hat mich auf ein Bier eingeladen. Dann hat er mir 50 Euro in die Hand gedrückt", berichtet er. Die Freiheit, seine vielen Bekanntschaften zu pflegen, steht allerdings unter keinem guten Stern, denn "Joe" wird schon wieder von der Polizei gesucht. Wie wird es für ihn weitergehen?

Katharina Dittrich-Welsh (37): Seit Juni 2014 engagiert sich Katharina ehrenamtlich im Kalkofen. Am Anfang tat sie dies einmal in der Woche, seit der Ausstrahlung der Dokumentation widmet sie sich den Menschen im Problemstraßenzug täglich und bekommt viele Hilfs-Anfragen. Um diesen gerecht zu werden, hat sie gemeinsam mit Ilses Ehemann Ernst (53) letztes Jahr den gemeinnützigen Verein Asternweg e.V. gegründet. "Meine Facebook-Seite war komplett lahm gelegt, damit hätte ich nie gerechnet. Wenn ich rausgehe, erkennt mich jeder. Und wenn ich irgendwo anhalte, bringen mir die Leute Tüten mit Kleidern", schildert sie  gerührt und ergänzt: "Ich denke, dass die Leute tatsächlich die Hoffnung haben, dass sich dauerhaft etwas ändert und dass der Kalkofen nie wieder so wird, wie er vorher war! Eigentlich brauchen wir jetzt nur noch einen Millionär." Denn mit mehr als einer Milliarde Euro Schulden fehlt der Stadt Kaiserslautern das Geld, um den "Kalkofen" zu sanieren. Schafft es Katharina trotzdem, für die Bewohner menschenwürdigere Lebensbedingungen zu schaffen?

Trotz der schwierigen Finanzlage versucht auch der Oberbürgermeister von Kaiserlautern, Dr. Klaus Weichel, sich des sozialen Brennpunktes anzunehmen. Bereits 2007 hat er begonnen, ein Sanierungskonzept zu entwickeln, das allerdings erst 2014 fertig gestellt wurde. Mit diesem kann die Stadt immerhin Fördergelder von Land und Bund beantragen. "Wir arbeiten da schon seit Jahren dran und haben auch schon die unterschiedlichsten Ansätze, die wir realisieren. Wir sind jetzt schon auf einem guten Weg mit der neuen Förderkulisse und den Plänen, die wir in der Schublade haben, dort auch eine gute Entwicklung herbeizuführen", bekräftigt er im eigens für die Dokumentation geführten Interview. An dieser Aussage wird er sich langfristig messen lassen müssen.

Die große Samstags-Dokumentation "Asternweg - Ein Jahr danach", produziert von der 99pro media GmbH im Auftrag von VOX läuft am 02.04.2016 um 20.15 Uhr bei VOX.


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