Neuinszenierung "Giuseppe Verdi: Nabucco" aus der Arena von Verona" heute (30.08.2025) auf 3sat

© ZDF/Fainello Archivio - Fondazione Arena di Verona
Wenn 3sat heute (30.08.2025) ab 20:15 Uhr im Rahmen des Festspielsommers zu "Giuseppe Verdi: Nabucco - Aus der Arena von Verona" einlädt, dann ist das weit mehr als die Übertragung einer Oper. Es ist ein transzendentes Erlebnis, das antike Geschichte, moderne Inszenierung und leidenschaftliche Musik zu einem visionären Gesamtkunstwerk vereint. Vor der atemberaubenden Kulisse eines 2000 Jahre alten römischen Amphitheaters entfaltet sich ein Drama, das heute so relevant ist wie bei seiner Uraufführung im Jahr 1842. "Giuseppe Verdi: Nabucco - Aus der Arena von Verona" ist auch über die 3sat Mediathek abrufbar.
Verdis Meisterwerk in futuristischem Licht
In seiner spektakulären Neuinszenierung hat Regisseur Stefano Poda Verdis zeitloses Werk in eine futuristische Ästhetik getaucht. Die Bühne, dominiert von zwei monumentalen Neonlichtskulpturen, wird zu einem Ort der Symbolik. Sie drehen und blinken im Takt der Musik, um am Ende zu einer strahlenden Kugel zu verschmelzen - ein kraftvolles Sinnbild für Versöhnung und Einheit. Diese Verbindung von moderner High-Tech-Inszenierung mit der rauen, historischen Schönheit der Arena von Verona ist ein gewagter, aber überzeugender Kunstgriff, der die zeitlose Relevanz des Konflikts zwischen Spiritualität und Rationalität hervorhebt. Poda interpretiert den biblischen Konflikt nicht als historische Begebenheit, sondern als universelle Allegorie auf globale Konflikte und die Hoffnung auf einen friedlichen Ausgang. Er hat damit ein Gesamtkunstwerk geschaffen, das alle Sinne anspricht und Verdis Drama auf eine postmoderne Ebene hebt.
Leidenschaft, Macht und die Stimme einer Ikone
Im Zentrum dieses Dramas steht die faszinierende Anna Netrebko als machtgierige Abigaille. Die gefeierte Starsopranistin übernimmt eine der anspruchsvollsten Partien im gesamten Verdi-Repertoire und fesselt das Publikum mit ihrer emotionalen Intensität. Ihre Interpretation der eifersüchtigen Tochter Nabuccos, die um die Macht kämpft, ist einzigartig und unvergesslich.
Doch neben dem Solisten-Glanz ist es der Chor, der für den berühmtesten Moment des Abends sorgt. Der Gefangenenchor "Va, pensiero", der die Sehnsucht der Hebräer nach Freiheit ausdrückt, gilt in Italien als inoffizielle Nationalhymne. Bei seiner Uraufführung 1842 wurde er vom Publikum enthusiastisch gefeiert und als Ausdruck des Freiheitswillens gegen die österreichische Fremdherrschaft verstanden. In der Arena, an einem Ort, der selbst so viel Geschichte in sich trägt, verleiht die Aufführung diesem Stück eine zusätzliche, berührende Bedeutung, die noch lange nach dem letzten Ton nachhallt. Giuseppe Verdis "Nabucco" ist ein Höhepunkt der Opernfestspiele in Verona und ein Muss für alle, die klassische Musik in ihrer leidenschaftlichsten und visuell beeindruckendsten Form erleben möchten.